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Wir laden Sie herzlich ein ... |
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zu drei Konzerten, die die Internationale
Fasch-Gesellschaft e.V. Zerbst für Sie im kommenden
Vierteljahr organisiert hat. Wie Sie der Übersicht
rechts entnehmen können, bemühen wir uns, Ihnen
zahlreiche musikalische Leckerbissen zu servieren. Bei
dem Konzert am 27. September dürfen Sie sich auf nicht
weniger als drei "Fasch-Premieren", d. h. neu
bearbeitete Werke von Johann Friedrich Fasch und seinem
nicht minder berühmten Sohn, Carl Friedrich Christian
Fasch, freuen. Zu Gehör gebracht werden sie von den
Berliner Ensembles Società Corale und Neues Collegium
Musicum unter der Leitung von Ralph Eschrig.
Ein Gesprächskonzert erwartet Sie am 22. November.
Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Frau Dr. Barbara
Reul wird Sie zusammen mit Ralf Mielke, Flöte, Gabriele
Knappe, Blockflöte, Hinnes Gondschaal, Violoncello und
Albrecht Hartmann, Cembalo, in den Bann von Johann
Joachim Quantz, einem wichtigen Zeitgenossen Johann
Friedrich Faschs, und seinen Werken ziehen. "... und
dann gingen sie flöten..." - Hinter diesem Titel
verbirgt sich ein interessanter Vortrag über die Welt
der als "Diener" an Höfen angestellten
Musikern, die mit ihren ins Ohr gehenden Kompositionen -
wie schon damals ihre Arbeitgeber - uns auch heute noch
bezaubern.
Das traditionelle Weihnachtskonzert der IFG findet 1997
am Dienstag, dem 16. Dezember, statt. Wie schon in den
Vorjahren erwarten wir den Kammerchor des
Universitätschores der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt"
und das Akademische Orchester Halle unter der Leitung von
Jens Lorenz, die u. a. das Weihnachtsoratorium vom
Camille Saint-Saëns erstmals in Zerbst aufführen
werden. Ausführlichere Informationen zu den Konzerten
entnehmen Sie dem Artikel "Für jeden
etwas...".
Sollten Sie gerade auf der Suche nach neu bearbeiteten
Werken von J. F. Fasch sein, dann dürfte Sie die
Rezension von Stephan Blaut interessieren, die sich einer
von Rüdiger Pfeiffer edierten Triosonate in G-Dur von J.
F. Fasch widmet. Stephan Blauts Erläuterungen zu diesem
1. Band der Zerbster-Fasch-Ausgabe, der von Guido
Bimberg, Gottfried Küntzel und Rüdiger Pfeiffer 1996 im
Essener Verlag Die blaue Eule herausgegeben wurden, sind
sehr aufschlußreich.
Einen amüsanten Bericht über ihre vor kurzem
stattgefundene Sommerveranstaltung in Victoria, B.C.,
Kanada, sandten uns Frau Leonore Lanius, Präsidentin,
und Michael Zastre, Sekretär der Nordamerikanischen
Fasch-Gesellschaft. Außerdem präsentieren wir Ihnen
eine neue Kolumne, "Unsere Forschungsecke", um
Ihnen einen Eindruck der vielen wissenschaftlichen
Aktivitäten unserer Gesellschaft zu vermitteln.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und viel Spaß
bei den Konzertabenden!
Ihre Internationale Fasch-Gesellschaft e. V.
Zerbst
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Konzertübersicht Herbst 1997 |
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Zerbst, Stadthalle: 27. 09., 20.00 Uhr, Großes
Chorkonzert mit Società Corale und dem Neuen Collegium
Musicum Berlin, unter Ltg. von Ralph Eschrig
Zerbst, Fasch-Saal: 22. 11., 16.00 Uhr, "... und
dann gingen sie flöten..." - ein Gesprächskonzert
mit Dr. Barbara Reul, Ralf Mielke u. a.
Zerbst, St. Bartholomäi-Kirche: 16. 12., 20.00 Uhr,
Weihnachtskonzert mit dem Kammerchor des
Universitätschores Halle-Wittenberg "Johann
Friedrich Reichardt"
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"Für jeden etwas ..."
-Das Konzertangebot der IFG im Herbst 1997 |
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Zerbst, Stadthalle: 27. 09., 20.00 Uhr, Großes
Chorkonzert mit Ralph Eschrig, Società Corale und dem
Neuen Collegium Musicum Berlin.
Zu Beginn des Konzerts wird eine frühe Kantate von Carl
Friedrich Christian Fasch, Die mit Tränen säen,
vorgestellt. Der berühmte Sohn des Zerbster
Kapellmeisters wurde 1756 an den Hof von Friedrich II.
berufen und schrieb in diesem Jahr auch diese Kantate.
1794 komponierte C. Fr. Chr. Fasch die
Mendelssohniana-Motettensammlung für die Berliner
Singakademie, die er 1791 gegründet hatte. Nach der
Pause steht die Doppel-Kantate Bewahre Deinen Fuß für
Solisten, Chor, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo
von Johann Friedrich Fasch auf dem Programm. Dieses für
den 1. Sonntag nach Epiphanias 1736 bestimmte Werk stammt
aus dem Kantatenjahrgang Das in Bitte, Gebet, Fürbitte
und Danksagung bestehende Opfer, den Fasch insgesamt
sieben Mal während seiner 36jährigen Amtszeit in der
Schloßkapelle in Zerbst aufgeführt hat. Ausführende
sind das seit 1995 bestehende Berliner Vokalensemble
Società Corale und die 1996 gegründete
Kammermusik-vereinigung Neues Collegium Musicum Berlin.
Die Leitung hat Ralph Eschrig, der auch die
Motettensammlung erarbeitete. Die beiden Kantaten wurden
von Brian Clark, 3. Fasch-Preisträger 1997,
aufführungspraktisch eingerichtet. Für dieses Konzert
ist die IFG auf die finanzielle Unterstützung der
Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik e.V. und
ortsansässigen Sponsoren angewiesen; Ihnen gilt
besonderer Dank.
Zerbst, Fasch-Saal: 22. 11., 16.00 Uhr, "... und
dann gingen sie flöten..."- ein Gesprächskonzert
mit Dr. B. Reul, R. Mielke, Querflöte, G. Knappe,
Blockflöte, H. Gondschaal, Violoncello, Albrecht
Hartmann, Cembalo.
In diesem Konzert werden Werke von J. F. Fasch, C. Ph. E.
Bach und J. J. Quantz näher erläutert. Bis ca. Anfang
des 18. Jahrhunderts war die Blockflöte das bevorzugte
Holzblasinstrument in Kammermusikensembles, ab ca. 1730
jedoch eroberte die Querflöte die Gunst der Komponisten
und Musiker. Die Triosonate d-Moll von J. F. Fasch, mit
der das Konzert eröffnet wird, wurde eigentlich für
zwei Oboen und B. c. komponiert; es wird jedoch - ganz im
Sinne von G. Ph. Telemann, der bereits 1725 darauf
hinwies, daß Substitutionen legal wären, sollten die
vorgeschriebenen Instrumenten nicht zur Verfügung stehen
- auf der Quer- und Blockflöte vorgetragen. Die zu
Gehör gebrachte Triosonate C-Dur für Flöte,
Blockflöte und B. c. von J. J. Quantz wird als das
letzte Werk der "Gleichberechtigung" zwischen
Blockflöte und Querflöte angesehen, d. h., die beiden
Instrumente stehen sich in punkto Virtuosität in nichts
nach. Die von Carl Philipp Emanuel Bach 1770
kom-ponierten 12 zwei- und dreistimmigen kleinen Stücke
für Querflöte, Blockflöte und B.c. sollen, "den
Liebhabern der Musik auf eine sehr bequeme Art ein
Vergnügen zu verschaffen," wie es im Vorwort
heißt. Um den Zuhörern den "Einstieg" in
diese frühklassische Musik zu erleichtern, wird Dr.
Barbara Reul zu den einzelnen Werken den jeweiligen
musikalisch-historischen Kontext schaffen.
Zerbst, St. Bartholomäi-Kirche: 16.12., 20.00 Uhr,
Weihnachtskonzert, Kammerchor des Universitätschores
Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt",
Akademisches Orchester Halle, Ltg. Jens Lorenz.
Das traditionelle Weihnachtskonzert der IFG wird wie in
den vergangenen Jahren von Studenten der
Martin-Luther-Universität gestaltet. Das Akademische
Orchester wird die Zuhörer mit der Ouvertüre in g-Moll
von J. F. Fasch, einer Erstaufführung, begrüßen; Es
folgen weihnachtliche a-cappella-Chormusik, Motetten und
Corellis berühmtes Weih-nachtskonzert für Streicher und
B. c. Danach wird zum ersten Mal in Zerbst das Oratorio
de Noël von Camille Saint-Saëns, einem wichtigen
französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts,
erklingen und die Zuhörer auf die Weihnachtszeit
einstimmen.
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Weitere Konzerte 1997 |
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Halle, Institut für Musikpädagogik, Burgstr. 46:
23.10., 19.30 Uhr, Akademisches Kammer-orchester Halle,
Dr. Barbara Reul: Gesprächskonzert "Johann
Friedrich Fasch und seine Sinfonia g-Moll"
Zerbst, St. Trinitatis Kirche: 6.12., 19.30 Uhr, Zerbster
Kantorei, J. S. Bach, Weih-nachtsoratorium, Kantaten
I-III, Ltg. Tobias Eger
Magdeburg, Konzerthalle "Unser lieben Frauen":
31.10., 19.30 Uhr und
Halle, Konzerthalle Ulrichskirche: 1.11., 16.00 Uhr,
Universitätschor der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt"
Gabriel Fauré, Requiem (gemeinsam mit dem Orchester
"La folia de Lille" und Solisten)
Gedenkstätte Schloß Oberwiederstedt: 30. 11., 16.00
Uhr, Adventskonzert, weihnachtliche a cappella-Chormusik
aus vier Jahrhunderten
Dessau, Paulus-Kirche: 6.12., 16.00 Uhr,: Programm wie
16.12.
Halle, Konzerthalle Ulrichskirche: 7.12., 16.00 Uhr und
11.12., 19.30 Uhr,:
J. S. Bach, Weihnachtsoratorium (Kantaten I-III)
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Carl-Friedrich-Christian-Fasch-Kantate
am 28. September 1997 in Schleswig-Holstein |
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Kirchenmusiker Herr Norbert Klose teilte der IFG mit,
daß er die Kantate "Die mit Tränen säen" von
Carl Friedrich Christian Fasch, die in Zerbst am 27.09.
zu Gehör gebracht wird, einen Tag später, am 28.09., um
19.30 Uhr in der Peter- und-Paul-Kirche in Hohenwestedt
im Rahmen eines Konzerts, bei dem auch Kantaten von J. L.
Krebs - der wie Fasch aus Buttelstedt stammt - und dessen
Sohn J. G. Krebs erstmals dem Publikum vorgestellt
werden, aufführen wird. Ausführende sind Melody Dobson,
Sopran, Florian Prey, Baß (der Sohn von Bariton Hermann
Prey), der Kammerchor Cappella Picolla und das
Barockorchester Schleswig-Holstein. Norbert Klose hat die
Fasch-Kantate für dieses Konzert aufführungspraktisch
eingerichtet. Die Partitur und Stimmen können im
Renaissance-Verlag bestellt werden: Freudenbergweg 8,
24819 Embühren, Fax 04875/1385.
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Rezension von Stephan Blaut: Die
Edition der Triosonate G-Dur, FWV N: 25, von Johann
Friedrich Fasch (1688-1758) |
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Im Dezember 1996 erschien im Verlag Die Blaue Eule als
erste Veröffentlichung der Zerbster Fasch-Ausgabe die
Triosonate G-Dur, FWV N: 25. Die Zerbster Fasch-Ausgabe
wird im Auftrag der Deutschen Fasch-Gesellschaft
herausgegeben von Guido Bimberg, Gottfried Küntzel
(gest. 1996) und Rüdiger Pfeiffer. Im Vorwort zu dieser
Ausgabe erfährt der Leser u. a. von der
"Notwendigkeit der Gründung einer Deutschen
Fasch-Gesellschaft", um die "weitere
wissenschaftlich und künstlerisch hochstehende
Profilierung [...] und die Kontinuität der vom
Gründungsvorstand der Internationalen Fasch-Gesellschaft
geprägten Fasch-Renaissance zu gewährleisten."
Hier sei zunächst klar darauf verwiesen, daß die 1991
gegründete Internationale Fasch-Gesellschaft e. V. in
ihrem Fortbestand von dieser Neugründung unbeeinflußt
blieb. Die erst kürzlich von der Stadt Zerbst und der
Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. veranstalteten
5. Internationalen Fasch-Festtage (17.-20.04.1997)
lieferten dafür einen lebendigen Beweis. Außerdem wird
die Schriftenreihe Fasch-Studien nicht (wie im Vorwort
erwähnt) "in Verantwortung des Deutschen
Fasch-Instituts", sondern im Auftrag der
Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. herausgegeben.
Den Angaben der Editionsleitung zufolge ist die Zerbster
Fasch-Ausgabe als Kritische Gesamt-ausgabe der Werke von
Johann Friedrich Fasch und dessen Sohn konzipiert. Die
vorliegende Edition der Triosonate FWV N: 25 erfüllt
allerdings in wesentlichen Punkten nicht die
Anforderungen einer kritischen Ausgabe, was den Benutzer
insofern befremden muß, als in den diversen Vorworten
doch besonders die Wissenschaftlichkeit des editorischen
Unternehmens akzentuiert wurde. Bereits im Vorwort des
Herausgebers mischen sich peinlich wirkende Druckfehler
("Carl Friedrich Christian Bach" [sic! Fasch])
mit unkorrekten Angaben ("Mus. autogr. Fasch, J. Fr.
7" - "ms." fehlt) sowie der grundlegend
falschen Behauptung, dass die Quelle mit der Signatur
Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 7 Stimmen enthält. Dies
führt überhaupt zur Problematik der Quellenlage: Der
Herausgeber folgte bei der Anfertigung des Notentextes
ausschließlich der autographen Partitur Mus. ms. autogr.
Fasch, J. Fr. 7, obwohl mit der ebenfalls autographen
Partitur Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 6 und einem nicht
von Faschs Hand stammenden Stimmensatz weitere Quellen
vorliegen. Sicher vertreten diese Quellen eine von der
zuerst genannten autographen Partitur abweichende
Fassung. Wesentliche Kennzeichen einer Kritischen
Gesamtausgabe sind jedoch gerade die Sichtung und
Auswertung der gesamten Überlieferung, die Kollation der
Quellen miteinander, die Emendation etc. So ist z. B.
unverständlich, dass der Herausgeber die vollständig
bezifferte Cembalo-Stimme des Autographs der Quelle Mus.
ms. autogr. Fasch, J. Fr. 6 völlig ignoriert, anderseits
aber die Generalbass-Bruchstücke der Quelle Mus. ms.
autogr. Fasch, J. Fr. 7 wiedergibt (s. 1. Satz, T. 22, 3.
Satz, T. 2-4). Demzufolge weicht auch die Ausarbeitung
des Generalbasses oft von den durch die Quelle Mus. ms.
autogr. Fasch, J. Fr. 6 eindeutig überlieferten und
offensichtlich beabsichtigten Harmonien ab (vgl. z. B.
die Sextakkorde im 1. ab (vgl. z. B. die Sextakkorde im
1. Satz, T. 7, Zählzeit 2 und 4, die in der bezifferten
Cembalo-Stimme als als "Septakkorde"
ausgewiesen sind, was auch dem tatsächlichen Satzverlauf
entspricht).
Die Edition der Triosonate G-Dur enthält ferner einige
Widersprüche bzw. Fehler, welche durch eine gründliche
Korrektur hätten beseitigt werden können:
Akzidentienwiederholung im gleichen Takt (1. Satz, T. 3);
im 2. Satz, T. 76, werden die Auflö-sungszeichen der
Quelle übernommen, obwohl die Edition ansonsten
gänzlich auf Warnungsakzidentien verzichtet; fehlende
(2. Satz, T. 50, T. 94) bzw. falsche (2. Satz, T. 60)
dynamische Zeichen; inkonsequente Balkensetzung (3. Satz,
T. 23, T. 29). Der durchgezogene Taktstrich am Umbruch
eines Systems ist für neuere Notenausgaben untypisch und
behindert eher ein deutliches Partiturbild.
Abschließend muß festgehalten werden, daß der erste
Band der Zerbster Fasch-Ausgabe den durch die
Etikettierung als Kritische Gesamtausgabe automatisch
geforderten wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht
wird.
Stephan Blaut
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Musikalischer
"Sommertee" der Nordamerikanischen
Fasch-Gesellschaft bot abwechslungsreiches Programm |
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Liebe Fasch-Freunde in der alten Heimat - einen
herzlichen Gruß zuvor von Victoria nach Zerbst!
Im Mai d. J. kündigten wir einen
literarisch-musikalischen Sommertee an. Am 31. August,
einem herrlichen Spätsommertag, trafen sich nun ca. 40
Personen in dem Haus der Präsidentin, Frau Leonore
Lanius, in der Norfolk Road, um sich an der Musik von J.
F. Fasch zu erfreuen, Gedanken auszutauschen und zusammen
zu sein. Wir konnten uns glücklich schätzen, Herrn
Prof. Erich Schwandt von der Universität Victoria - der
Doktorvater der wissenschaftlichen Mitarbeiterin der IFG,
Frau Dr. Barbara Reul - bei uns zu haben.
Zusammen mit Dr. Ruth Lanius, Vorstandmitglied der NAFS,
spielte er Faschs Oboenkonzert in d-Moll - von Frau Dr.
Lanius virtuos auf der Alt-Blockflöte vorgetragen -
sowie die Partita in G-Dur für Sopran-Blockflöte und
Continuo aus Telemann´s Kleiner Kammermusic. Michael
Zastre, Tenor, Schriftführer der NAFS, sang - begleitet
von seiner Frau Susanne Reul-Zastre - aus Fasch einziger
erhaltenen weltlichen Kantate Beständigkeit bleibt mein
Vergnügen. Danach trug Prof. Erich Schwandt
zeitgenössische Werke von J. S. Bach (Präludium und
Fuge A-Dur, BWV 896, und die "Echo"-Suite
H-Dur, BWV 821) auf dem Cembalo vor.
Zum Abschluss erklang das Divertimento B-Dur für
Altblockflöte und Cembalo von W. A. Mozart, vorgetragen
von Prof. Schwandt und Dr. Lanius.
Durch das abwechslungsreiche 90-minütige Programm
führte die interessierten, frohen Zuhörer
Vorstandsmitglied Susanne Reul-Zastre, die für jedes
Werk den passenden historisch-musikalischen Kontext schuf
und Faschs Kompositionsstil näher erläuterte. Außerdem
stellte sie einige Einspielungen von Faschschen
Kompositionen vor, u. a. die neue Fasch-CD von Trevor
Pinnock und dem English Concert sowie die Einspielung von
Faschs Hoher Messe für Doppelchor und -Orchester des
Universitätschores der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt",
an der die Zuhörer besonderes Interesse zeigten.
Die Literatur kam dieses Mal nicht zu Wort. Für das
leibliche Wohl war bestens gesorgt. Die meisten Zuhörer
wußten schon, daß es das letzte Zusammensein in der
Norfolk Road in Victoria war. Frau Leonore Lanius zieht
nach Vancouver, B.C., um. Die neue Anschrift der
Nordamerikanischen Fasch-Gesellschaft lautet ab 20.
September 1997:
5061 Bear Lane
West Vancouver, B.C.
Kanada
Tel. 001-604-921-1791,
Fax 001-604-921-1792.
Auf lange Sicht möchten wir J. F. Fasch und seine
Zeitgenossen sowohl in Victoria als auch in Vancouver
bekanntmachen und die Menschen mit seiner Musik erfreuen.
Wir machen weiter!
Leonore Lanius, Präsidentin
Michael Zastre, Sekretär und Schriftführer
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Unsere Forschungsecke |
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Aus den Verlagen:
Was dieser Geldmangel uns vor täglichen Kummer machet.
Briefe, Johann Friedrich Fasch betreffend, aus dem St.
Bartholomäi-Stift zu Zerbst (1752 bis 1757).
Hrsg. von Konstanze Musketa unter Mitarbeit von
Dietrich-Karl Bischoff. Oschersleben: Dr. Ziethen, 1997
(Schriftenreihe zur Mitteldeutschen Musikgeschichte; I,
3; ISBN 3-932090-13-6).
Die sich die im Archiv von St. Bartholomäi zu Zerbst
befindenden zwei Akten beziehen sich von ihrem Inhalt her
in der Hauptsache auf Darlehen, die sich Johann Friedrich
Fasch vom St. Bartholomäi-Stift erbittet. Gleichzeitig
geben sie Aufschluß über die Persönlichkeit des
Bittstellers, über seine Lebensumstände, besonders in
den letzten Jahren, und über das Verhältnis zu seinen
Kindern. Wenn sie auch kaum etwas über Faschs
musikalisches Wirken aussagen, handelt es sich doch um
lesenswerte Zeitdokumente, die wieder ein wenig mehr
Licht auf die Persönlichkeit des Zerbster
Hofkapellmeisters und Barockkomponisten werfen.
Johann Friedrich Fasch (1688-1758) und sein Wirken für
Zerbst.
Bericht der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz
anläßlich der 5. Internationalen Fasch-Festtage,
18.-19. April 1997. Hrsg. Internationale
Fasch-Gesellschaft e. V. Dessau: Anhaltische
Verlagsgesellschaft, im Druck. (= Fasch-Studien, Band 6,
ISBN 3-910192-62-9).
Dieser Konferenzbericht enthält die im Rahmen der 5.
Internationalen Fasch-Festtage am 18. und 19. April 1997
in Zerbst verlesenen Referate von insgesamt zwanzig
Wissenschaftlern aus Deutschland, England, den USA,
Kanada und Südafrika, u. a. von Prof. Wolfgang Ruf,
Halle, Brian Clark, dem 3. Fasch-Preissträger 1997,
Schottland, Dr. Gregory Butler, Vancouver, B.C./Kanada,
Dr. Michael Märker, Leipzig, und Dr. Steven Zohn,
Philadelphia/USA. Den in Deutsch oder Englisch verfaßten
Artikeln folgen jeweils eine Zusammenfassung in der
"anderen" Konferenzsprache, eine Bibliographie
sowie Personen- und Werkregister am Ende des Bandes.
Herausgegeben wird der Konferenzbericht von der
Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V.; die
redaktionelle Bearbeitung erfolgt durch Dr. Konstanze
Musketa und Dr. Barbara Reul.
Konferenzvorträge:
Dr. Barbara Reul wird im Oktober 1997 vier Vorträge,
drei davon in London/Ontario, Kanada, halten. Am 10. 10.
spricht sie an der Musikhochschule der Universität von
Western Ontario, am 18. 10. hält sie zwei Referate zu
Fasch (u. a. zu der IFG Web Site) auf der Konferenz der
Canadian Society for Eighteenth Century Studies. Am 23.
10. steht ein Gesprächskonzert in Halle zu Faschs
Sinfonia in g-Moll mit dem Akademischen Orchester Halle
auf dem Programm.
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WUSSTEN SIE SCHON ...? |
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dass die Geschäftstelle der IFG seit Juli 1997 auch
per E-Mail zu erreichen ist? Die Adresse lautet:
"IFaschG@t-online.de". Über elektronische Post
von Ihnen würden wir uns sehr freuen!
dass der Mitteldeutsche Rundfunk am 26. 10. 1997 im
Rahmen der Reihe "Die Mitteldeutsche Kantate"
die Kantate "Welt und Teufel, tobt ihr noch"
zum Reformationsfest von Johann Friedrich Fasch
überträgt? Die Einführung stammt von Frau Dr. Barbara
Reul.
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