INTERNATIONALE FASCH-GESELLSCHAFT E.V.


     
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  J a h r g a n g   1 ,   N r .   2   (S e p t e m b e r   1 9 9 7 )  
 
I n   d i e s e r   A u s g a b e  
 

Wir laden Sie herzlich ein ...
Konzertübersicht Herbst 1997
"Für jeden etwas..." - Das Konzertangebot der IFG im Herbst 1997
Weitere Konzerte 1997
Carl-Friedrich-Christian-Fasch-Kantate am 28. September in Schleswig-Holstein
Rezension von Stephan Blaut - Die Edition der Triosonate G-Dur, FWV N: 25,
      von J. F. Fasch
Musikalischer "Sommertee" der Nordamerikanischen Fasch-Gesellschaft bot
     abwechslungsreiches Programm
Unsere Forschungsecke
Wussten Sie schon ... ?


  Wir laden Sie herzlich ein ...  
 

zu drei Konzerten, die die Internationale Fasch-Gesellschaft e.V. Zerbst für Sie im kommenden Vierteljahr organisiert hat. Wie Sie der Übersicht rechts entnehmen können, bemühen wir uns, Ihnen zahlreiche musikalische Leckerbissen zu servieren. Bei dem Konzert am 27. September dürfen Sie sich auf nicht weniger als drei "Fasch-Premieren", d. h. neu bearbeitete Werke von Johann Friedrich Fasch und seinem nicht minder berühmten Sohn, Carl Friedrich Christian Fasch, freuen. Zu Gehör gebracht werden sie von den Berliner Ensembles Società Corale und Neues Collegium Musicum unter der Leitung von Ralph Eschrig.
Ein Gesprächskonzert erwartet Sie am 22. November. Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Frau Dr. Barbara Reul wird Sie zusammen mit Ralf Mielke, Flöte, Gabriele Knappe, Blockflöte, Hinnes Gondschaal, Violoncello und Albrecht Hartmann, Cembalo, in den Bann von Johann Joachim Quantz, einem wichtigen Zeitgenossen Johann Friedrich Faschs, und seinen Werken ziehen. "... und dann gingen sie flöten..." - Hinter diesem Titel verbirgt sich ein interessanter Vortrag über die Welt der als "Diener" an Höfen angestellten Musikern, die mit ihren ins Ohr gehenden Kompositionen - wie schon damals ihre Arbeitgeber - uns auch heute noch bezaubern.
Das traditionelle Weihnachtskonzert der IFG findet 1997 am Dienstag, dem 16. Dezember, statt. Wie schon in den Vorjahren erwarten wir den Kammerchor des Universitätschores der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt" und das Akademische Orchester Halle unter der Leitung von Jens Lorenz, die u. a. das Weihnachtsoratorium vom Camille Saint-Saëns erstmals in Zerbst aufführen werden. Ausführlichere Informationen zu den Konzerten entnehmen Sie dem Artikel "Für jeden etwas...".
Sollten Sie gerade auf der Suche nach neu bearbeiteten Werken von J. F. Fasch sein, dann dürfte Sie die Rezension von Stephan Blaut interessieren, die sich einer von Rüdiger Pfeiffer edierten Triosonate in G-Dur von J. F. Fasch widmet. Stephan Blauts Erläuterungen zu diesem 1. Band der Zerbster-Fasch-Ausgabe, der von Guido Bimberg, Gottfried Küntzel und Rüdiger Pfeiffer 1996 im Essener Verlag Die blaue Eule herausgegeben wurden, sind sehr aufschlußreich.
Einen amüsanten Bericht über ihre vor kurzem stattgefundene Sommerveranstaltung in Victoria, B.C., Kanada, sandten uns Frau Leonore Lanius, Präsidentin, und Michael Zastre, Sekretär der Nordamerikanischen Fasch-Gesellschaft. Außerdem präsentieren wir Ihnen eine neue Kolumne, "Unsere Forschungsecke", um Ihnen einen Eindruck der vielen wissenschaftlichen Aktivitäten unserer Gesellschaft zu vermitteln.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und viel Spaß bei den Konzertabenden!

Ihre Internationale Fasch-Gesellschaft e. V. Zerbst


 
  Konzertübersicht Herbst 1997  
 

Zerbst, Stadthalle: 27. 09., 20.00 Uhr, Großes Chorkonzert mit Società Corale und dem Neuen Collegium Musicum Berlin, unter Ltg. von Ralph Eschrig
Zerbst, Fasch-Saal: 22. 11., 16.00 Uhr, "... und dann gingen sie flöten..." - ein Gesprächskonzert mit Dr. Barbara Reul, Ralf Mielke u. a.
Zerbst, St. Bartholomäi-Kirche: 16. 12., 20.00 Uhr, Weihnachtskonzert mit dem Kammerchor des Universitätschores Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt"


 
  "Für jeden etwas ..." -Das Konzertangebot der IFG im Herbst 1997  
 

Zerbst, Stadthalle: 27. 09., 20.00 Uhr, Großes Chorkonzert mit Ralph Eschrig, Società Corale und dem Neuen Collegium Musicum Berlin.

Zu Beginn des Konzerts wird eine frühe Kantate von Carl Friedrich Christian Fasch, Die mit Tränen säen, vorgestellt. Der berühmte Sohn des Zerbster Kapellmeisters wurde 1756 an den Hof von Friedrich II. berufen und schrieb in diesem Jahr auch diese Kantate. 1794 komponierte C. Fr. Chr. Fasch die Mendelssohniana-Motettensammlung für die Berliner Singakademie, die er 1791 gegründet hatte. Nach der Pause steht die Doppel-Kantate Bewahre Deinen Fuß für Solisten, Chor, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo von Johann Friedrich Fasch auf dem Programm. Dieses für den 1. Sonntag nach Epiphanias 1736 bestimmte Werk stammt aus dem Kantatenjahrgang Das in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung bestehende Opfer, den Fasch insgesamt sieben Mal während seiner 36jährigen Amtszeit in der Schloßkapelle in Zerbst aufgeführt hat. Ausführende sind das seit 1995 bestehende Berliner Vokalensemble Società Corale und die 1996 gegründete Kammermusik-vereinigung Neues Collegium Musicum Berlin. Die Leitung hat Ralph Eschrig, der auch die Motettensammlung erarbeitete. Die beiden Kantaten wurden von Brian Clark, 3. Fasch-Preisträger 1997, aufführungspraktisch eingerichtet. Für dieses Konzert ist die IFG auf die finanzielle Unterstützung der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik e.V. und ortsansässigen Sponsoren angewiesen; Ihnen gilt besonderer Dank.

Zerbst, Fasch-Saal: 22. 11., 16.00 Uhr, "... und dann gingen sie flöten..."- ein Gesprächskonzert mit Dr. B. Reul, R. Mielke, Querflöte, G. Knappe, Blockflöte, H. Gondschaal, Violoncello, Albrecht Hartmann, Cembalo.

In diesem Konzert werden Werke von J. F. Fasch, C. Ph. E. Bach und J. J. Quantz näher erläutert. Bis ca. Anfang des 18. Jahrhunderts war die Blockflöte das bevorzugte Holzblasinstrument in Kammermusikensembles, ab ca. 1730 jedoch eroberte die Querflöte die Gunst der Komponisten und Musiker. Die Triosonate d-Moll von J. F. Fasch, mit der das Konzert eröffnet wird, wurde eigentlich für zwei Oboen und B. c. komponiert; es wird jedoch - ganz im Sinne von G. Ph. Telemann, der bereits 1725 darauf hinwies, daß Substitutionen legal wären, sollten die vorgeschriebenen Instrumenten nicht zur Verfügung stehen - auf der Quer- und Blockflöte vorgetragen. Die zu Gehör gebrachte Triosonate C-Dur für Flöte, Blockflöte und B. c. von J. J. Quantz wird als das letzte Werk der "Gleichberechtigung" zwischen Blockflöte und Querflöte angesehen, d. h., die beiden Instrumente stehen sich in punkto Virtuosität in nichts nach. Die von Carl Philipp Emanuel Bach 1770 kom-ponierten 12 zwei- und dreistimmigen kleinen Stücke für Querflöte, Blockflöte und B.c. sollen, "den Liebhabern der Musik auf eine sehr bequeme Art ein Vergnügen zu verschaffen," wie es im Vorwort heißt. Um den Zuhörern den "Einstieg" in diese frühklassische Musik zu erleichtern, wird Dr. Barbara Reul zu den einzelnen Werken den jeweiligen musikalisch-historischen Kontext schaffen.

Zerbst, St. Bartholomäi-Kirche: 16.12., 20.00 Uhr, Weihnachtskonzert, Kammerchor des Universitätschores Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt", Akademisches Orchester Halle, Ltg. Jens Lorenz.

Das traditionelle Weihnachtskonzert der IFG wird wie in den vergangenen Jahren von Studenten der Martin-Luther-Universität gestaltet. Das Akademische Orchester wird die Zuhörer mit der Ouvertüre in g-Moll von J. F. Fasch, einer Erstaufführung, begrüßen; Es folgen weihnachtliche a-cappella-Chormusik, Motetten und Corellis berühmtes Weih-nachtskonzert für Streicher und B. c. Danach wird zum ersten Mal in Zerbst das Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns, einem wichtigen französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, erklingen und die Zuhörer auf die Weihnachtszeit einstimmen.


 
  Weitere Konzerte 1997  
 

Halle, Institut für Musikpädagogik, Burgstr. 46: 23.10., 19.30 Uhr, Akademisches Kammer-orchester Halle, Dr. Barbara Reul: Gesprächskonzert "Johann Friedrich Fasch und seine Sinfonia g-Moll"
Zerbst, St. Trinitatis Kirche: 6.12., 19.30 Uhr, Zerbster Kantorei, J. S. Bach, Weih-nachtsoratorium, Kantaten I-III, Ltg. Tobias Eger
Magdeburg, Konzerthalle "Unser lieben Frauen": 31.10., 19.30 Uhr und
Halle, Konzerthalle Ulrichskirche: 1.11., 16.00 Uhr, Universitätschor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt" Gabriel Fauré, Requiem (gemeinsam mit dem Orchester "La folia de Lille" und Solisten)
Gedenkstätte Schloß Oberwiederstedt: 30. 11., 16.00 Uhr, Adventskonzert, weihnachtliche a cappella-Chormusik aus vier Jahrhunderten
Dessau, Paulus-Kirche: 6.12., 16.00 Uhr,: Programm wie 16.12.
Halle, Konzerthalle Ulrichskirche: 7.12., 16.00 Uhr und 11.12., 19.30 Uhr,:
J. S. Bach, Weihnachtsoratorium (Kantaten I-III)


 
  Carl-Friedrich-Christian-Fasch-Kantate am 28. September 1997 in Schleswig-Holstein  
 

Kirchenmusiker Herr Norbert Klose teilte der IFG mit, daß er die Kantate "Die mit Tränen säen" von Carl Friedrich Christian Fasch, die in Zerbst am 27.09. zu Gehör gebracht wird, einen Tag später, am 28.09., um 19.30 Uhr in der Peter- und-Paul-Kirche in Hohenwestedt im Rahmen eines Konzerts, bei dem auch Kantaten von J. L. Krebs - der wie Fasch aus Buttelstedt stammt - und dessen Sohn J. G. Krebs erstmals dem Publikum vorgestellt werden, aufführen wird. Ausführende sind Melody Dobson, Sopran, Florian Prey, Baß (der Sohn von Bariton Hermann Prey), der Kammerchor Cappella Picolla und das Barockorchester Schleswig-Holstein. Norbert Klose hat die Fasch-Kantate für dieses Konzert aufführungspraktisch eingerichtet. Die Partitur und Stimmen können im Renaissance-Verlag bestellt werden: Freudenbergweg 8, 24819 Embühren, Fax 04875/1385.


 
  Rezension von Stephan Blaut: Die Edition der Triosonate G-Dur, FWV N: 25, von Johann Friedrich Fasch (1688-1758)  
 

Im Dezember 1996 erschien im Verlag Die Blaue Eule als erste Veröffentlichung der Zerbster Fasch-Ausgabe die Triosonate G-Dur, FWV N: 25. Die Zerbster Fasch-Ausgabe wird im Auftrag der Deutschen Fasch-Gesellschaft herausgegeben von Guido Bimberg, Gottfried Küntzel (gest. 1996) und Rüdiger Pfeiffer. Im Vorwort zu dieser Ausgabe erfährt der Leser u. a. von der "Notwendigkeit der Gründung einer Deutschen Fasch-Gesellschaft", um die "weitere wissenschaftlich und künstlerisch hochstehende Profilierung [...] und die Kontinuität der vom Gründungsvorstand der Internationalen Fasch-Gesellschaft geprägten Fasch-Renaissance zu gewährleisten." Hier sei zunächst klar darauf verwiesen, daß die 1991 gegründete Internationale Fasch-Gesellschaft e. V. in ihrem Fortbestand von dieser Neugründung unbeeinflußt blieb. Die erst kürzlich von der Stadt Zerbst und der Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. veranstalteten 5. Internationalen Fasch-Festtage (17.-20.04.1997) lieferten dafür einen lebendigen Beweis. Außerdem wird die Schriftenreihe Fasch-Studien nicht (wie im Vorwort erwähnt) "in Verantwortung des Deutschen Fasch-Instituts", sondern im Auftrag der Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. herausgegeben.
Den Angaben der Editionsleitung zufolge ist die Zerbster Fasch-Ausgabe als Kritische Gesamt-ausgabe der Werke von Johann Friedrich Fasch und dessen Sohn konzipiert. Die vorliegende Edition der Triosonate FWV N: 25 erfüllt allerdings in wesentlichen Punkten nicht die Anforderungen einer kritischen Ausgabe, was den Benutzer insofern befremden muß, als in den diversen Vorworten doch besonders die Wissenschaftlichkeit des editorischen Unternehmens akzentuiert wurde. Bereits im Vorwort des Herausgebers mischen sich peinlich wirkende Druckfehler ("Carl Friedrich Christian Bach" [sic! Fasch]) mit unkorrekten Angaben ("Mus. autogr. Fasch, J. Fr. 7" - "ms." fehlt) sowie der grundlegend falschen Behauptung, dass die Quelle mit der Signatur Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 7 Stimmen enthält. Dies führt überhaupt zur Problematik der Quellenlage: Der Herausgeber folgte bei der Anfertigung des Notentextes ausschließlich der autographen Partitur Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 7, obwohl mit der ebenfalls autographen Partitur Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 6 und einem nicht von Faschs Hand stammenden Stimmensatz weitere Quellen vorliegen. Sicher vertreten diese Quellen eine von der zuerst genannten autographen Partitur abweichende Fassung. Wesentliche Kennzeichen einer Kritischen Gesamtausgabe sind jedoch gerade die Sichtung und Auswertung der gesamten Überlieferung, die Kollation der Quellen miteinander, die Emendation etc. So ist z. B. unverständlich, dass der Herausgeber die vollständig bezifferte Cembalo-Stimme des Autographs der Quelle Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 6 völlig ignoriert, anderseits aber die Generalbass-Bruchstücke der Quelle Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 7 wiedergibt (s. 1. Satz, T. 22, 3. Satz, T. 2-4). Demzufolge weicht auch die Ausarbeitung des Generalbasses oft von den durch die Quelle Mus. ms. autogr. Fasch, J. Fr. 6 eindeutig überlieferten und offensichtlich beabsichtigten Harmonien ab (vgl. z. B. die Sextakkorde im 1. ab (vgl. z. B. die Sextakkorde im 1. Satz, T. 7, Zählzeit 2 und 4, die in der bezifferten Cembalo-Stimme als als "Septakkorde" ausgewiesen sind, was auch dem tatsächlichen Satzverlauf entspricht).
Die Edition der Triosonate G-Dur enthält ferner einige Widersprüche bzw. Fehler, welche durch eine gründliche Korrektur hätten beseitigt werden können: Akzidentienwiederholung im gleichen Takt (1. Satz, T. 3); im 2. Satz, T. 76, werden die Auflö-sungszeichen der Quelle übernommen, obwohl die Edition ansonsten gänzlich auf Warnungsakzidentien verzichtet; fehlende (2. Satz, T. 50, T. 94) bzw. falsche (2. Satz, T. 60) dynamische Zeichen; inkonsequente Balkensetzung (3. Satz, T. 23, T. 29). Der durchgezogene Taktstrich am Umbruch eines Systems ist für neuere Notenausgaben untypisch und behindert eher ein deutliches Partiturbild.
Abschließend muß festgehalten werden, daß der erste Band der Zerbster Fasch-Ausgabe den durch die Etikettierung als Kritische Gesamtausgabe automatisch geforderten wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Stephan Blaut


 
  Musikalischer "Sommertee" der Nordamerikanischen Fasch-Gesellschaft bot abwechslungsreiches Programm  
 

Liebe Fasch-Freunde in der alten Heimat - einen herzlichen Gruß zuvor von Victoria nach Zerbst!

Im Mai d. J. kündigten wir einen literarisch-musikalischen Sommertee an. Am 31. August, einem herrlichen Spätsommertag, trafen sich nun ca. 40 Personen in dem Haus der Präsidentin, Frau Leonore Lanius, in der Norfolk Road, um sich an der Musik von J. F. Fasch zu erfreuen, Gedanken auszutauschen und zusammen zu sein. Wir konnten uns glücklich schätzen, Herrn Prof. Erich Schwandt von der Universität Victoria - der Doktorvater der wissenschaftlichen Mitarbeiterin der IFG, Frau Dr. Barbara Reul - bei uns zu haben.
Zusammen mit Dr. Ruth Lanius, Vorstandmitglied der NAFS, spielte er Faschs Oboenkonzert in d-Moll - von Frau Dr. Lanius virtuos auf der Alt-Blockflöte vorgetragen - sowie die Partita in G-Dur für Sopran-Blockflöte und Continuo aus Telemann´s Kleiner Kammermusic. Michael Zastre, Tenor, Schriftführer der NAFS, sang - begleitet von seiner Frau Susanne Reul-Zastre - aus Fasch einziger erhaltenen weltlichen Kantate Beständigkeit bleibt mein Vergnügen. Danach trug Prof. Erich Schwandt zeitgenössische Werke von J. S. Bach (Präludium und Fuge A-Dur, BWV 896, und die "Echo"-Suite H-Dur, BWV 821) auf dem Cembalo vor.
Zum Abschluss erklang das Divertimento B-Dur für Altblockflöte und Cembalo von W. A. Mozart, vorgetragen von Prof. Schwandt und Dr. Lanius.
Durch das abwechslungsreiche 90-minütige Programm führte die interessierten, frohen Zuhörer Vorstandsmitglied Susanne Reul-Zastre, die für jedes Werk den passenden historisch-musikalischen Kontext schuf und Faschs Kompositionsstil näher erläuterte. Außerdem stellte sie einige Einspielungen von Faschschen Kompositionen vor, u. a. die neue Fasch-CD von Trevor Pinnock und dem English Concert sowie die Einspielung von Faschs Hoher Messe für Doppelchor und -Orchester des Universitätschores der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg "Johann Friedrich Reichardt", an der die Zuhörer besonderes Interesse zeigten.
Die Literatur kam dieses Mal nicht zu Wort. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Die meisten Zuhörer wußten schon, daß es das letzte Zusammensein in der Norfolk Road in Victoria war. Frau Leonore Lanius zieht nach Vancouver, B.C., um. Die neue Anschrift der Nordamerikanischen Fasch-Gesellschaft lautet ab 20. September 1997:

5061 Bear Lane
West Vancouver, B.C.
Kanada
Tel. 001-604-921-1791,
Fax 001-604-921-1792.

Auf lange Sicht möchten wir J. F. Fasch und seine Zeitgenossen sowohl in Victoria als auch in Vancouver bekanntmachen und die Menschen mit seiner Musik erfreuen.

Wir machen weiter!

Leonore Lanius, Präsidentin
Michael Zastre, Sekretär und Schriftführer


 
  Unsere Forschungsecke  
 

Aus den Verlagen:

Was dieser Geldmangel uns vor täglichen Kummer machet. Briefe, Johann Friedrich Fasch betreffend, aus dem St. Bartholomäi-Stift zu Zerbst (1752 bis 1757).
Hrsg. von Konstanze Musketa unter Mitarbeit von Dietrich-Karl Bischoff. Oschersleben: Dr. Ziethen, 1997 (Schriftenreihe zur Mitteldeutschen Musikgeschichte; I, 3; ISBN 3-932090-13-6).

Die sich die im Archiv von St. Bartholomäi zu Zerbst befindenden zwei Akten beziehen sich von ihrem Inhalt her in der Hauptsache auf Darlehen, die sich Johann Friedrich Fasch vom St. Bartholomäi-Stift erbittet. Gleichzeitig geben sie Aufschluß über die Persönlichkeit des Bittstellers, über seine Lebensumstände, besonders in den letzten Jahren, und über das Verhältnis zu seinen Kindern. Wenn sie auch kaum etwas über Faschs musikalisches Wirken aussagen, handelt es sich doch um lesenswerte Zeitdokumente, die wieder ein wenig mehr Licht auf die Persönlichkeit des Zerbster Hofkapellmeisters und Barockkomponisten werfen.

Johann Friedrich Fasch (1688-1758) und sein Wirken für Zerbst.
Bericht der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz anläßlich der 5. Internationalen Fasch-Festtage, 18.-19. April 1997. Hrsg. Internationale Fasch-Gesellschaft e. V. Dessau: Anhaltische Verlagsgesellschaft, im Druck. (= Fasch-Studien, Band 6, ISBN 3-910192-62-9).

Dieser Konferenzbericht enthält die im Rahmen der 5. Internationalen Fasch-Festtage am 18. und 19. April 1997 in Zerbst verlesenen Referate von insgesamt zwanzig Wissenschaftlern aus Deutschland, England, den USA, Kanada und Südafrika, u. a. von Prof. Wolfgang Ruf, Halle, Brian Clark, dem 3. Fasch-Preissträger 1997, Schottland, Dr. Gregory Butler, Vancouver, B.C./Kanada, Dr. Michael Märker, Leipzig, und Dr. Steven Zohn, Philadelphia/USA. Den in Deutsch oder Englisch verfaßten Artikeln folgen jeweils eine Zusammenfassung in der "anderen" Konferenzsprache, eine Bibliographie sowie Personen- und Werkregister am Ende des Bandes. Herausgegeben wird der Konferenzbericht von der Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V.; die redaktionelle Bearbeitung erfolgt durch Dr. Konstanze Musketa und Dr. Barbara Reul.

Konferenzvorträge:

Dr. Barbara Reul wird im Oktober 1997 vier Vorträge, drei davon in London/Ontario, Kanada, halten. Am 10. 10. spricht sie an der Musikhochschule der Universität von Western Ontario, am 18. 10. hält sie zwei Referate zu Fasch (u. a. zu der IFG Web Site) auf der Konferenz der Canadian Society for Eighteenth Century Studies. Am 23. 10. steht ein Gesprächskonzert in Halle zu Faschs Sinfonia in g-Moll mit dem Akademischen Orchester Halle auf dem Programm.


 
  WUSSTEN SIE SCHON ...?  
 

dass die Geschäftstelle der IFG seit Juli 1997 auch per E-Mail zu erreichen ist? Die Adresse lautet: "IFaschG@t-online.de". Über elektronische Post von Ihnen würden wir uns sehr freuen!

dass der Mitteldeutsche Rundfunk am 26. 10. 1997 im Rahmen der Reihe "Die Mitteldeutsche Kantate" die Kantate "Welt und Teufel, tobt ihr noch" zum Reformationsfest von Johann Friedrich Fasch überträgt? Die Einführung stammt von Frau Dr. Barbara Reul.


 
 
IMPRESSUM


Herausgeber: Internationale Fasch-Gesellschaft e.V, Wiekhaus, Postfach 11 13, D-39261 Zerbst, Tel./Fax: 03923 / 78 47 72
Textbeiträge: Dr. K. Musketa, J. Killyen, H. Jahn, L. Lanius, Dr. B. Reul

Redaktion/Layout: Dr. B. Reul
Web layout: Atelier TANGRAM und Anwenderverein allegro Zerbst
Copyright IFG September 1997