| Die Stadt Zerbst mit ihren 17.500
Einwohnern ist seit Jahrhunderten wirtschafliches
und kulturelles Zentrum, liegt in Sachsen-Anhalt
an der Bundesstraße 184 als Bindeglied zwischen
den Autobahnen A2 und A9. Die erste
urkundliche Erwähnung eines "Gau
Cirvisti" ist bereits 948 nachweisbar. Aus
der einstigen Marktsiedlung im Norden und der
Burgsiedlung um die alte Wasserburg wächst der
spätere Kern der Stadt Zerbst zusammen. Zur
Überquerung der dazwischen verlaufenden Nuthe
werden Knüppeldämme gebaut. Straßennamen wie
"Alte Brücke", "Neue
Brücke" oder "Wolfsbrücke"
weisen noch heute auf diesen Ursprung hin. Im
Mittelalter nimmt Zerbst als Stadt eine
bedeutende Stellung ein. Ab 1430 wird an Stelle
alter Stadtbefestigungen die Stadtmauer
errichtet. Mit einer Gesamtlänge von 4,2 km
umschließt sie heute noch als Ring den alten
Stadtkern.
1522 predigt Martin Luther im
Augustinerkloster und in der Stadt. Nur wenige
Jahre später sind die drei Klöster in Zerbst
aufgelöst und die Reformation vollzogen. Im
Francisceum, dem ehemaligen Franziskanerkloster,
wird 1582 das "gymnasium illustre",
eine anhaltische Landesuniversität gegründet.
An ihr lehrten berühmte Professoren. In dieser
Zeit werden geistige und kulturelle Traditionen
begründet, die bis in die Gegenwart wirken.
Der Dreißigjährige Krieg bringt den
wirtschaflichen Niedergang, abwechselnd besetzen
die Truppen Mansfelds und Wallensteins die Stadt
und verwüsten und plündern sie aus.
Durch die Teilung Anhalts im Jahre 1603 wird
Zerbst Residenz eines kleinen selbständigen
Fürstentums. 1744 reist von hier aus die junge
Zerbster Prinzessin Sophie Auguste Friedrike nach
Rußland, um 1745 als Katharina den russischen
Thronfolger zu heiraten. 1762 besteigt sie selbst
den Zarenthron und regiert bis 1796 das große
russische Reich.
Nach dem Tode des letzten regierenden Fürsten
1793 fällt Zerbst durch Losentscheid an
Anhalt-Dessau und wird in dieser Zeit geprägt
vom großen Fürsten Franz von Anhalt-Dessau. Der
industrielle Aufschwung hält nur sehr langsam
Einzug. Auch der erste Weltkrieg hinterläßt
keine äußeren Spuren in der Stadt. Das alte
verträumte Zerbst mit seinen schönen
Fachwerkbauten, malerischen Winkeln und engen
Gassen versinkt erst in den letzten Tagen des 2.
Weltkrieges, am 16. April 1945, völlig sinnlos
in Schutt und Asche.
Der Wiederaufbau beginnt in der Brüderstraße.
Während der Zeit des Bestehens der DDR entsteht
ein neues Stadtbild mit nur wenig Harmonie. Seit
dem Fall der Deutschland trennenden Mauer 1989,
ist die Stadt begriffen, ihr Äußeres wieder
sehr zum Guten zu verändern.
Neue Geschäfte, verschönerte Fassaden und
viele neue Unternehmen bestimmen das heutige
Bild. Vielfältiger Handel, Handwerk und Gewerbe
bilden ebenso wie Industrie und Landwirtschaft
die wirtschaftliche Grundlage für die Stadt.
Für Bildung, Entspannung und Unterhaltung hält
die Stadt Zerbst zahlreiche Einrichtungen bereit.
Die Sehenswürdigkeiten geben ebenso wie die
Bibliothek, ein Stadtarchiv, zwei Museen,
Freibad, Hallenbad, Tennis- und Fitneßcenter
sowie andere Sporteinrichtungen Gelegenheit, die
Zeit mit neuen Entdeckungen oder aktiver
Betätigung zu verbringen.
Zerbst unterhält Städtepartnerschaften zu
Jever/ Friesland, Nürtigen/Baden-Württemberg
und Puschkin/Rußland. Zerbst ist heute eine
allen modernen Entwicklungen aufgeschlossene,
geschichtlich interessante und den Traditionen
verbundene Stadt. Von den historischen
Sehenswürdigkeiten ist noch soviel erhalten
geblieben, daß sich ein Besuch in jedem Fall
lohnt. Immer wieder wird man auf 1050-jährigen
Geschichte und lebendige Gegenwart stoßen,
Bewahrenswertes mit Neuem verbunden sehen und
dann selbst feststellen...
Zerbst ist...
sympathisch, gastlich und über 1050 Jahre
alt.
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