INTERNATIONALE FASCH-GESELLSCHAFT E.V.


     
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  J a h r g a n g   2 ,   N r .   2   ( S e p t e m b e r   1 9 9 8 )  
 
I n   d i e s e r   A u s g a b e  
 

Termine im Herbst 1998
Auftakt
Vorgestellt: Das Fasch-Collegium Bochum und sein Leiter Hans-Heinrich Kriegel
Lesegerät im Fasch-Archiv
Faltblätter zu J. F. Fasch und C. F. Chr. Fasch
Vorankündigung: Festliches Fasch-Konzert Februar 1999
Wußten Sie schon...?
Vorgestellt: Unsere Fasch-Tourismus-ABM
Wissenschaftliche Vorträge zu J. F. Fasch
Neue Fasch CDs aus Halle und Italien
Unsere Forschungsecke: Neuerscheinung
Einladung zu den 6. Internationalen Fasch-Festtagen 1999
Wußten Sie schon...?

  Termine Herbst 1998  
 
  • Sonntag, 04.10., Zerbst
    14.00 Uhr, Festumzug anläßlich der 1050-Jahr-Feier der Stadt Zerbst; 20.00 Uhr, Stadthalle Zerbst. Festkonzert mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau mit Werken von Mozart und Beethoven. Die Leitung hat Carlos Kalmar. 22.00 Uhr Ein Feuerwerk von Farben und Klängen". Ein barockes Abschlußfeuerwerk beschließt die Festwoche.
  • Sonnabend, 21.11., Zerbst, 15.30 Uhr, Saal, Hotel v. "Rephuns Garten"
    Vortrag zum ereignisreichen Leben und einflußreichen Wirken Carl Friedrich Christian Faschs (1736-1800) von Dr. Susanne Oschmann, Musikwissenschaftlerin aus Berlin.
  • Dienstag, 15.12., 20.00 Uhr, St. Trinitatis-Kirche, Zerbst
    Traditionelles Weihnachtskonzert mit dem Universitätschor J. F. Reichardt" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Solisten und dem Akademischen Orchester Halle (Ltg. Matthias Erben). Die Gesamtleitung hat Jens Lorenz. Es erklingen a-cappella-Chorsätze und J. S. Bachs Orchestersuite D-Dur. Eine festliche Weihnachtskantate von J. F. Fasch, Ehre sey Gott in der Höhe", wird im 2. Teil des Konzertabends erstaufgeführt.

 
  Auftakt zu einer ereignisreichen Saison  
 

Liebe Fasch-Freunde,

nachdem Sie hoffentlich einen schönen, erholsamen Sommer verlebt haben, dürfen Sie sich nun auf eine ereignisreiche Musiksaison freuen. Wir möchten Ihnen den Besuch der nebenstehenden Veranstaltungen wärmstens ans Herz legen und Sie schon jetzt zu den 6. Internationalen Fasch-Festtagen im April 1999 einladen. Über das ansprechende, niveauvolle Programm erfahren Sie Näheres auf der letzten Seite, und demnächst wird auch wieder ein "Flyer" verfügbar sein, der Ihnen die konkrete Kartenbestellung erleichtern soll. Im Mittelpunkt der Festtage steht diesmal der Junior": Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800) - ein echter Zerbster Sohn, der sich später als Gründer der Singakademie zu Berlin in die Musikgeschichte eingeschrieben hat. Wenn Sie von kompetenter Seite mehr über den zu seinen Lebzeiten sehr geschätzten Meister erfahren wollen, besteht bei dem Vortragsnachmittag am 21. November 1998 dazu die beste Gelegenheit. Außerdem finden Sie im folgenden noch Hinweise auf Literatur und Informationsmaterial zu diesem Thema. Genießen Sie aber zunächst das große Ereignis der 1050-Jahr-Feier der Stadt Zerbst! Die IFG wünscht dem betagten Geburtstagskind weiterhin eine gedeihliche Entwicklung zum Wohle seiner Bürger und aller Gäste aus Nah und Fern.

Im Winter dürfen Sie sich auf zwei wirklich schöne Konzerte freuen: auf das Weihnachtskonzert am 15. Dezember, das wieder in bewährter Weise vom Universitätschor und vom Akademischen Orchester Halle unter Mitwirkung von Solisten gestaltet wird sowie auf ein Fasch-Konzert mit renommierten Interpreten am 21. Februar 1999 zu den Zerbster Kulturfesttagen (s. Seite 2). Wir danken an dieser Stelle allen, die uns bei der Vorbereitung dieser Veranstaltungen unterstützen. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie außerdem, wie es mit der Arbeit im Fasch-Archiv und in der Geschäftsstelle vorangeht, wie wir mit Hilfe einer ABM-Stelle größere Wirksamkeit erreichen wollen und was sich sonst noch in der Fasch-Welt tut. Besonders freuen wir uns immer, wenn wir unvermutet auf neue Faschianer" stoßen und möchten deshalb diesmal das Fasch-Collegium Bochum vorstellen. Aus weiteren Beiträgen dieses Newsletters können Sie unschwer entnehmen, daß die Zahl der Fasch-Freunde und Kooperationspartner der IFG erfreulich zunimmt und unsere Bemühungen auf fruchtbaren Boden fallen.

Zum Schluß noch ein Wort in eigener Sache: Seit Juni 1998 wird unsere Geschäftsstelle von Frau Karin Spott geleitet, die ihre Tätigkeit mit viel Elan aufgenommen hat. Wir danken auf diesem Wege Frau Ellen Arndt für ihr jahrelanges, verdienstvolles Wirken als Geschäftsführerin unserer Gesellschaft und wünschen Frau Spott viel Erfolg bei der Bewältigung ihrer Aufgaben.

Konstanze Musketa, Präsidentin


 
  Vorgestellt: Das Fasch-Collegium Bochum und sein Leiter Hans-Heinrich Kriegel  
 

Das Fasch-Collegium Bochum existiert seit 1989. Es entwickelte sich aus der Keimzelle 2 Oboen und Fagott. Wir spielen vorzugsweise Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Wir haben uns vorgenommen, in jedem Konzert ein Werk von J. F. Fasch aufzuführen, dessen Musik wir sehr schätzen gelernt haben. Unser Repertoire vergrößert sich allmählich. Die Triosonaten für 2 Oboen, Fagott und Baß haben wir schon fast alle aufgeführt. Im Programm unseres letzten Konzertes stand neben Zelenkas Hipocondrie, einem Oboenkonzert von Konrad Baustetter und dem Doppelkonzert von Bach für Oboe und Violine auch das Konzert in c-moll für Fagott, 2 Oboen und Streicher von Fasch, welches einzustudieren uns großen Spaß gemacht hat und auch beim Publikum sehr gut ankam. In den nächsten Konzerten wollen wir uns den Ouvertüren widmen. Von den Ouvertüren in d-moll, e-moll und C-Dur habe ich kürzlich aufführungspraktische Ausgaben erstellt.

Hans-Heinrich Kriegel


Hans-Heinrich Kriegel
wurde am 14. März 1952 in Köln geboren. Seit 1967 spielt er Oboe. Nach dem Abitur und der Bundeswehrzeit (im Musikkorps) studierte er Schulmusik mit Hauptfach Oboe an der Kölner Musikhochschule. Sein Oboenlehrer war Helmut Hucke, dem er sehr viel verdankt. Nach Staatsexamen und künstlerischer Reifeprüfung bekam er 1978 eine Stelle bei den Hamburger Symphonikern als Oboist mit English Horn. 1982 wechselte er zu den Bochumer Symphonikern mit gleichem Aufgabenbereich. Hier lebt er mit seiner Gattin Ulrike, die übrigens auch Oboe spielt, und seinen beiden Söhnen Veit (14) und Albrecht (12). Seine Hobbies sind neben Notensatz am Computer auch sportliche Aktivitäten: Badminton, Radfahren und Fußball ("im Fernsehen").

Herr Kriegel und seine Familie statteten dem Fasch-Archiv am 15. Juli 1998 einen Besuch ab. Er überließ uns freundlicherweise Editionen zahlreicher Instrumentalwerke von J. F. Fasch, darunter Sonaten und Ouvertürensuiten. Eine Liste dieser aufführungspraktischen Einrichtungen ist in der Geschäftsstelle erhältlich. Der Kontakt mit Herrn Kriegel wurde durch den Direktor der Musikabteilung der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt, Herrn Dr. Oswald Bill, hergestellt. 

Barbara Reul


 
  Lesegerät im Fasch-Archiv  
 

Auf Vermittlung von unserer Geschäftsführerin, Frau Karin Spott, hat die Stadtbibliothek Zerbst dem Fasch-Archiv der Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. unentgeltlich ein Mikrofilm-Lesegerät als Dauerleihgabe zur Verfügung ge-stellt. Dies erlaubt es den Mitarbeitern des Fasch-Archivs, die 1997 auf Mikrofilm angekauften Primärquellen von Werken des Anhalt-Zerbster Kapellmeisters zu katalogisieren. Darunter befinden sich z. B. sämtliche in der Sächsischen Landes-, Hochschul- und Universitätsbibliothek aufbewahrten Autographe und Manuskripte sowie Vokalwerke aus der Deutschen Staatsbibliothek Berlin, Preußischer Kulturbesitz.


 
  Faltblätter J.F. und C.F.Chr. Fasch  
 

Im Vorfeld der 6. Internationalen Fasch-Festtage vom 15.-18. April 1999 gibt die Internationale Fasch-Gesellschaft e. V. Faltblätter zu C. F. Chr. Fasch (1736-1800) und J. F. Fasch (1736-1800) heraus. Den Text zu Fasch-Sohn erarbeitete Frau Dr. Susanne Oschmann, für die Neufassung des Faltblatts zu J. F. Fasch zeichnen unsere Präsidentin, Frau Dr. Konstanze Musketa, und unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin, Frau Dr. Barbara Reul, verantwortlich. Die Herstellung der Faltblätter wurde vom Landkreis Anhalt-Zerbst und der Stadt Zerbst gefördert. Exemplare sind in der IFG-Geschäftsstelle erhältlich.

Wußten Sie schon,... daß Frau Dr. Susanne Oschmann eine Bibliographie zum Schrifttum Carl Friedrich Christian Faschs erarbeitet? Dieses Projekt wird von der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik gefördert. Die Bibliographie zu J. F. Fasch, erarbeitet von unserem Mitglied, dem Leipziger Musikwissenschaftler Stephan Blaut, kann über die Geschäftsstelle bezogen werden.


 
  Vorankündigung: So., 21.02.1999, Zerbst, Stadthalle: Festliches Konzert mit Werken von J.F. Fasch  
 

Klaus MERTENS (Baß), Barbara SCHLICK (Sopran), ACCADEMIA DANIEL, Ltg. Shalev AD-EL

Im Rahmen der 34. Zerbster Kulturfesttage geben Klaus Mertens und Barbara Schlick ein Konzert mit unbekannten Kirchenkantaten J. F. Faschs. Sie werden von der Accademia Daniel unter Leitung von Shalev Ad-El begleitet, der mehrere Male in Zerbst gastierte. Die Accademia Daniel wird zudem unbekannte Instrumentalwerke von Fasch zu Gehör bringen. Dieses Konzert wird für eine neue Sendereihe (Musiken an Residenzen und Schlössern in Mitteldeutschland") vom MDR Kultur aufgezeichnet. Eine CD-Aufnahme auf dem cpo-Label geht dem Konzert voraus.


 
  Wußten Sie schon  
 

... daß die 1988 von Hans-Peter Westermann (Oboe) u. a. eingespielte CD mit Bläserkonzerten von Fasch 1998 neu aufgelegt wurde? Einer Rezension im Fach-Journal CONCERTO zufolge ist sie die beste z. Zt. käuflich zu erwerbende CD mit Werken von Fasch (Dabringhaus und Grimm, MDG 310 03909-2, P 1998, Vertrieb Naxos).


 
  Vorgestellt: Unsere Fasch-Tourismus-ABM*  
 

Barbara Reul

In den letzten Jahren konnte die Internationale Fasch-Gesellschaft e. V. mit den von ihr angebotenen Konzertveranstaltungen eine große Resonanz beim Zerbster Publikum erzielen. Im Vorfeld der nächsten Fasch-Festtage (15.-18. April 1999) bemüht sich die IFG, ihre Öffentlichkeitsarbeit mit dem Aufbau eines kulturellen Fasch-Tourismus auszuweiten und dem nationalen und internationalen Image der Gesellschaft dadurch eine breitere Wirksamkeit zu verleihen.

Im Rahmen der ABM "Fasch-Tourismus" will die IFG zusätzlich musikalische Stadtführungen durch Zerbst anbieten. Reisegruppen und individuelle Besucher sollen durch Vorträge mit Leben, Werk und Spielstätten Johann Friedrich und Carl Friedrich Christian Faschs vertraut gemacht werden. Zu Konzerten, bevorstehenden Fasch-Festtagen und zu Veranstaltungen der Stadt bzw. des Landkreises Anhalt-Zerbst soll ständig aktualisiertes Informationsmaterial über Fasch-Vater und -Sohn bereitgestellt und verteilt werden.

Die IFG ist insbesondere bestrebt, über die Stadtgrenzen hinaus auszustrahlen und will Angebote anderer Institutionen und Vereine dazu nutzen. So wurden zum Beispiel bereits Broschüren, Mitteilungsblätter und Plakate zu Fasch und der Arbeit unserer Gesellschaft während der Sachsen-Anhalt-Tage vom 04.09.98 - 06.09.98 in Hamburg ausgestellt, um Musikinteressenten bzw. Konzertliebhaber auf das 6. Internationale Fasch-Fest im kommenden Frühjahr aufmerksam zu machen. Entsprechend der Zielstellung des 6. Fasch-Festes 1999 organisierte die IFG am 12. September 1998 zusammen mit Frau Dr. Susanne Oschmann, Musikwissenschaftlerin aus Berlin, eine Exkursion nach Potsdam und Berlin. Diese hatte zum Ziel, wichtige Stationen im Leben und Wirken des am 18. November 1736 in Zerbst geborenen und einzigen überlebenden Sohns des Zerbster Hofkapellmeisters Johann Friedrich Fasch kennenzulernen. Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800) verbrachte seine Kindheit mit Klavier-, Musik- und Violinunterricht zum größten Teil in Zerbst. Zwanzigjährig wurde er zweiter Cembalist bei Friedrich II. in Potsdam, wo er zusammen mit Carl Philipp Emanuel Bach, dem Sohn des Leipziger Thomaskantors, lebte und arbeitete. C. F. Ch. Fasch ging später als Begründer der Berliner Singakademie in die deutsche Musikgeschichte des ausgehenden 18. Jahrhunderts ein. Der Weg führte Mitglieder, Fasch-Förderer und -Freunde nach fast zweihundert Jahren in das Neue Palais nach Potsdam sowie an seine Wirkungsstätten und sein Grab in Berlin.

Die IFG hofft, durch touristische Initiativen das Fremdenverkehrsimage der Stadt Zerbst als einer Stadt mit bemerkenswerten Musiktraditionen auf dem Gebiet der Barockmusik wesentlich zu bereichern. Die Werke des Zerbster Hofkapellmeisters und seines Sohnes, die bei den obengenannten Veranstaltungen zum Klingen gebracht werden, sollen so eine größere Würdigung finden.

(Anm. d. Red.: Wir danken dem Arbeitsamt Dessau für die Veröffentlichungsgenehmigung. )


 
  Wissenschaftliche Vorträge zu J.F. Fasch Kirchenmusik in Exeter, GB, und Halle/Saale  
 

Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin, Frau Dr. Barbara Reul, hielt im Juli 1998 im Rahmen der Eighth Biennial Conference on Baroque Music" einen Vortrag zur Kirchenmusik am Anhalt-Zerbster Hof im 18. Jh." an der Universität Exeter, GB. Auf dem Internationalen musikwissenschaftlichen Kongreß der Gesellschaft für Musikforschung in Halle Ende September 1998 wird sie zu Aufführungen von Kantatenjahrgängen in der Anhalt-Zerbster Schloßkirche nach 1743 sprechen. Unser Mitglied Frau Elena Sawtschenko, Leipzig, wird über die geistliche Musik J. F. Faschs im Lichte der pietistischen Frömmigkeit referieren.


 
  Neue Fasch- und Telemann-CD mit unbekannten Vokalwerken  
 

Der Universitätschor "J. F. Reichardt" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und das Johann-Friedrich-Fasch-Ensemble Halle sowie Vokalsolisten haben vor kurzem auf dem Metrix Classic Label je zwei Kirchenkantaten von J. F. Fasch (Lobe den Herrn, Sage mir an) und G. Ph. Telemann (Lobe den Herrn, Lasset uns Gott lieben) sowie eine Sinfonia von Fasch eingespielt. Die Gesamtleitung hatte Jens Lorenz. Die Einlege-Texte stammen von Dr. Barbara Reul, IFG, die auch die englischen Übersetzungen angefertigt hat, und Brit Reipsch, Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg. Interessenten wenden sich bitte an das Collegium Musicum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 06099 Halle, Tel. 0345/5524531, Fax: 0345/4427173.


 
  Neue Fasch-CD mit Ouvertüren aus Italian: Gemeinschaftsproduktion von DYNAMIC und IFG  
 

Die IFG wurde von unserem Mitglied aus Padua, Herrn Paolo Tognon, gebeten, bei der nächsten Fasch-CD des italienischen Lables DYNAMIC den Booklet-Text zu übernehmen. Für diese Aufgabe konnten wir unser Mitglied, Herrn Stephan Blaut, der an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu Faschs Ouvertüren promoviert, gewinnen. Das renommierte Ensemble Capella Savaria unter der Leitung von Pàl Németh wird drei unbekannte Ouvertüren J. F. Faschs auf historischen Instrumenten vorstellen. Die Werke wurden von Solofagottist Tognon eingerichtet. Die CD wird im Sommer 1999 erhältlich sein. Paolo Tognon wies uns ebenfalls darauf hin, daß er Mitte September Faschs Fagottkonzert C-Dur für eine Veranstaltung der "Amici della Musica" in Florenz aufgeführt hat.


 
  Unsere Forschungsecke  
 

Heike Fricke

Neuerscheinung: Die Singakademie zu Berlin und ihre Direktoren, hrsg. von Gottfried Eberle und Michael Rautenberg (Berlin: Staatliches Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz, 1998), 112 S., Hardcover, DM 48,-; ISBN 3-922378-16-1. 

"Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen..." - als diese Worte der Bachschen Matthäuspassion am 11. März 1829 im Saal der Sing-Akademie zu Berlin erklangen, schrieb der Chor ein Stück Musikgeschichte. Unter der Leitung des 20jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy kam es zur ersten Wiederaufführung dieser Komposition nach dem Tode Johann Sebastian Bachs. Damit läutete der Berliner Chor die umfangreiche Wiederentdeckung des Bachschen Werks im 19. Jahrhundert ein. 

Die Sing-Akademie gehörte zweifellos zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen Berlins im 19. Jahrhundert. Gegründet 1791 von Carl Friedrich Christian Fasch, dem vormaligen Hofcembalisten Friedrichs II., prägte sie in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts das musikalische und kulturelle Leben der Stadt. Zahlreiche einflußreiche Persönlichkeiten Berlins gehörten der Chorgemeinschaft an - in der Musik vereint mit Sängern aus anderen Gesellschaftsschichten.

Mit diesem reizvollen Kapitel Berliner Musikkultur beschäftigt sich ein Buch, das im Auftrag des Staatlichen Instituts für Musikforschung von Gottfried Eberle und Michael Rautenberg herausgegeben wurde. Es enthält Beiträge von Gottfried Eberle, Konstantin Restle und Helmut Bösch-Suppan. Anlaß für die Publikation, die zur Ausstellung Die Sing-Akademie zu Berlin und ihre Direktoren" erscheint, ist die Rückgabe von sechs im Zweiten Weltkrieg verschollenen Gemälden, bei denen es sich hauptsächlich um Porträts früherer Direktoren der Akademie handelt. 

Gottfried Eberle schildert in seinem Aufsatz Erhaltung des Bestehenden - Öffnung neuer Bahnen" detailreich die wechselvolle Geschichte der Institution. Dabei würdigt er nicht allein das musikalische Wirken der Direktoren. Gezeigt wird auch deren Einfluß auf das Schicksal der Sing-Akademie - beispielsweise durch das Aufrechterhalten der Probenarbeit auch in unruhigen Zeiten oder durch die erfolgreiche Einforderung eines eigenen Hauses.

Die Musikinstrumente der Sing-Akademie werden ausführlich von Konstantin Restle beschrieben. Im Zentrum steht hier das Cembalo des Berliner Instrumentenbauers Johann Christoph Oesterlein, welches Zelter gehört hat. Von diesem Instrument aus leitete Mendelssohn Bartholdy vermutlich die berühmte Aufführung der Matthäuspassion.

"Der Aufsatz Sankt Lukas und die heilige Cäcilie" beleuchtet eindrucksvoll die Verflechtungen zwischen Musikleben und Bildender Kunst im Berlin der Schadow-Zeit. Dabei geht es nicht nur darum, die Verbindungen von Musikern und bildenden Künstlern im damaligen Berlin aufzuzeigen. Vielmehr wird der Frage nachgegangen, wie das Thema Musik in Malerei und Skulptur aufgegriffen und dargestellt wird.

Bildliche Zeugnisse aus der Geschichte der Sing-Akademie zu Berlin stellt Gottfried Eberle in einem weiteren Aufsatz vor. Außerdem enthält das Buch eine Zeittafel zur Geschichte der Sing-Akademie.


 
  Wir laden Sie herzlich zu den 6. Internationalen Fasch-Festtagen, 15.-18. April 1999, in Zerbst ein!
 
  Wußten Sie schon  
 
  • ... daß im Bachmuseum im Bosehaus Leipzig noch bis zum 11. Oktober 1998 eine Sonderausstellung über den Zeichner J. S. Bach d. J. (1748-1778), Sohn von C. P. E. Bach, zu sehen ist, der in seiner Kindheit einige Monate in Zerbst verbracht hat.
  • ... daß J. F.Fasch auch bei der 1050-Jahr-Feier der Stadt Zerbst vertreten ist? Bei dem am 4. Oktober stattfindenden Festumzug wird der Anhalt-Zerbstische Hofkapellmeister im Bild 11 zusammen mit der jungen Katharina II. "auftreten".
  • ... daß unsere Vizepräsidentin Frau Ellen Arndt im Auftrag der IFG am 12. 09.1998 im Rahmen einer Berlin-Potsdam-Fahrt eine Blumenschale am Grab von Fasch-Sohn niederlegte? Ein Artikel dazu erschien am 14.09. in der Zerbster Volksstimme.

 
 
IMPRESSUM


Herausgeber: Internationale Fasch-Gesellschaft e.V, Wiekhaus, Postfach 11 13, D-39261 Zerbst, Tel./Fax: 03923 / 78 47 72
Textbeiträge: Dr. K. Musketa, Dr. B. Reul

Redaktion/Layout: Dr. B. Reul
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