INTERNATIONALE FASCH-GESELLSCHAFT E.V.


     
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  J a h r g a n g   3 ,   N r .   1   ( M a i   1 9 9 9 )  
 
I n   d i e s e r   A u s g a b e  
 

Rückblick und Ausblick
Termine im Herbst 1999
Rückblick auf die 6. Internationalen Fasch-Festtage 1999
Pressespiegel
CAMERATA KÖLN, Fasch-Preisträger 1999
Begleitende Ausstellung
Call for Papers
„Carl Friedrich Christian Fasch und das Berliner Musikleben seiner Zeit":
     Internationale Wissenschaftliche Konferenz anl. der 6. Intern. Fasch-Festtage 1999;
     Vorschau auf die 7. Internationalen Fasch-Festtage 2001
Wußten Sie schon...?
Unsere Forschungsecke: Rezension der Bibliographien zu J. F. und C. F. Ch. Fasch
Goodbye and See you soon

  Rückblick und Ausblick  
 

Liebe Fasch-Freunde,

zwei Jahre nach der ersten Ausgabe unseres Newsletters dürfen wir erneut auf Fasch-Festtage, diesmal nun schon die sechsten, zurückblicken. Wir tun dies mit besonderer Freude angesichts ihres erfolgreichen Verlaufes. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand diesmal das Wirken des aus Zerbst stammenden Carl Friedrich Christian Fasch, des Gründers der Sing-Akademie zu Berlin, ohne daß damit die Musik seines Vaters Johann Friedrich Fasch gänzlich ausgeklammert worden wäre. Die Konzerte waren ausnahmslos von einer erfreulich hohen künstlerischen Qualität geprägt. Damit ging unser Konzept im wesentlich auf: es sollten, wenn auch nicht besonders viele, so doch erlesene Konzerte in Spitzenqualität zu erleben sein. Auch die anregende wissenschaftliche Konferenz und die begleitende Ausstellung dürfen wir als gelungen ansehen. Die Festtage fanden sehr gute Resonanz bei Publikum und Presse, wenn auch die Besucherzahlen bei dem einen oder anderen nicht ganz den Erwartungen der Veranstalter entsprachen.
Es ist hier wohl der rechte Ort, allen Beteiligten für ihr Engagement zu danken - neben den vielen Helfern aus den eigenen Reihen ganz besonders auch der Stadt Zerbst als Träger und Mitveranstalter, mit der wir hervorragend gut zusammenarbeiten konnten.
Ein detaillierter Bericht über die 6. Internationalen Fasch-Festtage erwartet Sie auf den folgenden Seiten. Schon jetzt erlauben wir uns einen Blick in das Jahr 2001, denn die Weichen für die 7. Fasch-Festtage sind bereits gestellt.
Zuvor wollen wir Sie über unsere Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte 1999 informieren (siehe linke Spalte). Auch über zu erwartende CDs berichten wir, und in unserer Forschungsecke (Seite 4) stellen wir wieder neuere und neueste wissenschaftliche Arbeiten über Johann Friedrich und Carl Friedrich Christian Fasch vor.

Mit diesem Newsletter verabschiedet sich Frau Dr. Barbara Reul als Mitarbeiterin unserer Geschäftsstelle. In kurzer Zeit wird sie wieder in Kanada weilen und dann von dort aus ganz Nordamerika zu Fasch „bekehren". Sie hat uns zugesagt, daß sie unsere Arbeit auch weiterhin nach Kräften unterstützen will - wir werden sie beim Wort nehmen!

An dieser Stelle wollen wir ihr für ihr engagiertes Wirken sehr herzlich danken und wünschen Ihr für die Zukunft im beruflichen und persönlichen Leben alles Gute.

Konstanze Musketa
Präsidentin


 
  Termine Herbst 1999  
 

Freitag, 24. September,  19.00 Uhr, Saal, Hotel „v. Rephuns Garten", Zerbst

  • „Fasch-Geselligkeit" - ein Abend mit besonderem musikalisch-kulinarischem Ambiente, gestaltet vom Salon-Orchester Leipzig unter der Leitung von Matthias Erben. Es erwarten Sie „Tafel-Musiken" von Johann Friedrich Fasch bis Johann Strauß, die Sie bei einem für diesen Abend speziell vom Küchenteam des Hotels „Von Rephuns Garten" zusammengestellten Menü genießen dürfen.

Dienstag, 14.12., 20.00 Uhr,  St. Trinitatis-Kirche, Zerbst

  • Traditionelles Weihnachtskonzert mit dem Universitätschor „J. F. Reichardt" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, So-listen und dem Akademischen Orchester Halle (Ltg. Matthias Erben). Die Gesamtleitung hat Jens Lorenz. Neben bekanntem  weihnachtlichem Liedgut erklingen zwei festliche Weihnachtskantaten des Anhalt-Zerbster Hofkapellmeisters Johann Friedrich Fasch, „Ehre sey Gott in der Höhe" (1751) und „Kündlich groß ist das gottseelige Geheimnis" (ca. 1735). Letzteres Werk wird von der Präsidentin der IFG, Frau Dr. Konstanze Musketa, speziell für dieses Konzert eingerichtet.

 
  Die 6. Internationalen Fasch-Festtage 1999  
 

Vom 15. bis 18. April ehrte die Stadt Zerbst ihren berühmten Sohn Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800)

Bei den 6. Internationalen Fasch-Festtagen drehte sich dieses Mal alles um den Sohn: Eine zweitägige Internationale Wissenschaftliche Konferenz und insgesamt sieben Veranstaltungen ließen die Herzen der zahlreichen Besucher höher schlagen. Auch der MDR Kultur - erstmals Medienpartner der Internationalen Fasch-Festtage - zeigte seine Wertschätzung und übertrug das Eröffnungskonzert der Rheinischen Kantorei bzw. den Gottesdienst, gestaltet von der Zerbster Kantorei, live;  das festliche Konzert mit dem Ricercar Consort, Belgien, und das Ab-schlußkonzert mit der Berliner Singakademie zeichnete man auf. Den Festakt am 15.04. zur Eröffnung der 6. Internationalen Fasch-Festtage, die unter der Schirmherrschaft des Kultusministers von Sachsen-Anhalt, Herrn Dr. Gerd Harms, standen, umrahmte das Trompetenensemble Jürgen Hartmann, Leipzig. Das Eröffnungskonzert der Rheinischen Kantorei, in dem erstmalig eine frühe Kantate sowie der 119. Psalm von Carl Fasch und eine Serenata von 1723 aus der Feder seines Vaters erklangen, begeisterte nicht nur das Publikum in der Stadthalle, sondern auch die Hörer an ihren Rundfunkgeräten, wie die dazu in der IFG-Geschäftsstelle eingegangene Post beweist. Ein besonderer Hörgenuß war auch der in Coswig/Anhalt veranstaltete Liederabend mit Gotthold Schwarz und Sabine Bauer, die es meisterhaft verstanden, ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Fast zeitgleich begeisterte das belgische „Ricercar Consort" die vielen Konzertbesucher im Fasch-Saal der Stadthalle Zerbst mit einem lyrischen Konzertprogramm, das der Viola da gamba gewidmet war. Freunde der Hammerklaviermusik kamen am sonnabendnachmittag, 17.04., im Schloß Leitzkau auf ihre Kosten, als Wolfgang Brunner aus Anif/Österreich sie in das von Carl Fasch geprägte, bürgerliche Konzertleben der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts  entführte. Die Camerata Köln bot ein sehr ansprechendes Programm mit Werken von Fasch Vater und seinen Zeitgenossen, die sie in gewohnt virtuos-spontaner Weise beeindruckend interpretierten. Am sonntagmorgen wandelten die Zerbster Kantorei und das Johann Friedrich Fasch Ensemble Halle unter der Leitung von Tobias Eger auf den Spuren des Anhalt-Zerbster Hofkapellmeisters Johann Friedrich Fasch und ermöglichten damit einen wertvollen Blick in die Zerbster Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts. Das Abschlußkonzert wurde von der Berliner Singakademie gestaltet, die, eingebettet in Werke von Palestrina und Mendelssohn die signifikanteste Komposition Carl Faschs, seine sechzehnstimmige Messe, und seinen 51. Psalm zu Gehör brachten. Die durchweg positive Reaktion des Publikums, der Zuhörer an den Rundfunkgeräten zuhause und der Presse belegt, daß die „Bereitschaft zu stilistischen Seitensprüngen" (MZ, 21.04.99) der Stadt Zerbst und der Internationalen Fasch-Gesellschaft, die diese Festtage gemeinsam organisierten, der richtige Weg ist. 


 
  Pressespiegel der 6. Internationalen Fasch-Festtagen 1999  
 

Auch die Presse war den Veranstaltern und Ausführenden der Fasch-Festtage gut gesonnen. Wir haben für Sie ein paar Ausschnitte aus den Kritiken der Zerbster Volksstimme (ZE) und der Mitteldeutschen Zeitung Halle/Dessau (MZ) zusammengestellt, die uns sehr stolz machen. Zum Eröffnungskonzert, Rheinische Kantorei, Kleines Konzert: „Sonne, Mond und Sterne stehen günstig für Zerbst" (MZ, 17.04.), „Faszinierender Auftakt war zugleich eine musikalische Botschaft" (ZE, 20.04.); Liederabend m. Gotthold Schwarz und Sabine Bauer: „Wunsch nach Bestand der künst-lerischen Gemeinschaft"; Festliches Konzert mit dem Ricercar Consort: „Eindrucksvolles Musikvergnügen" (ZE, 20.04.); Gottesdienst, Zerbster Kantorei: „Zwei bemerkenswerte Kantaten" (ZE, 19.04.); Schlußkonzert, Berliner Singakademie: „Bravouröse Messe zum Finale" (MZ, 21.04.), „Noch ein Höhepunkt in erstklassigen Festtagen" (ZE, 22.04.). Schließlich zur Auswertung der 6. Fasch-Festtage: „Qualität und Ausstrahlung be-wahren und ausbauen" (ZE, 06.05.)  Dazu kamen Interviews und Berichte der Rundfunksender MDR 1, MDR Kultur,  WDR, N3,  des Bayrischen Rundfunks und eine Vorankündigung im MDR Fernsehen, Sender Magdeburg, sowie eine ausgezeichnete Rezension in CONCERTO.


 
  Fasch-Preis der Stadt Zerbst an Camerata Köln  
 

Dem renommierten Alte-Musik-Ensemble CAMERATA KÖLN wurde am 19.04. im Rahmen eines vom Ensemble gestalteten Konzerts mit dem Motto „Johann Friedrich Fasch und seine Freunde" der mit 5000 DM dotierte Fasch-Preis der Stadt Zerbst 1999 verliehen. In der Laudatio würdigte Kulturdezernent Heinz Westphal die Verdienste der Mitglieder der CAMERATA KÖLN, insbesondere hinsichtlich ihrer Lehr- und Konzerttätigkeit bzw. CD-Einspielungen, mit der sie wesentlich zur Verbreitung der Werke Johann Friedrich Faschs auf der ganzen Welt beigetragen haben. Der im Namen des Ensembles den Preis entgegen nehmende Prof. Michael Schneider  beteuerte, daß man „Fasch und den anderen mitteldeutschen Meistern des Hochbarocks weiterhin treu bleibe."


 
  „Von höfischer Musikkultur zum bürgerlichen Konzertleben - Johann Friedrich Fasch und sein Sohn Carl Friedrich Christian Fasch, zwei Zerbster Musiker des 18. Jahrhunderts"  
 

Im Rahmen einer begleitenden Ausstellung zu den 6. Fasch-Festtagen waren vom 28. 03. bis zum 16. 05. im Museum der Stadt Zerbst wertvolle Exponate u.a. aus der Deutschen Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz und dem Musikwissenschaftlichen Institut der Martin-Luther-Universität Halle zu besichtigen. Die Sing-Akademie zu Berlin stellte zudem u. a. die nach der Todesmaske Carl Faschs von J. G. Schadow gefertigte Büste des Meisters zur Verfügung.


 
  Call for Papers  
 

„Johann Friedrich Faschs Wirken für auswärtige Hofkapellen"- Internationale Wissenschaftliche Konferenz anläßlich der 7. Internationalen Fasch-Festtage, 19./ 20. April 2001

So lautet das „Motto" der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz 2001, das sich, wie schon in den Vorjahren, wieder in den musikalischen Veranstaltungen widerspiegeln soll. J. Fr. Fasch komponierte im Rahmen seines „Musikalientauschs" und seiner Tätigkeit als „Hoflieferant für Musik" in erster Linie für die Dresdner und Darmstädter Hofkapellen, so daß die Bestände der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek bzw. der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek zu Fasch den Schwerpunkt der Konferenz bilden werden. Über eine rege Beteiligung von Musikwissenschaftlern - insbesondere aus dem Ausland - würden wir uns sehr freuen. Bitte schicken Sie ein Abstract von ca. 150 Wörtern an die IFG-Geschäftsstelle, deren Mitarbeiter Ihnen gern nähere Auskünfte erteilen.


 
  „Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800) und das Berliner Musikleben seiner Zeit", Internationale Wissenschaftliche Konferenz anläßlich der 6. Internationalen Fasch-Festtage 1999, 16. und 17. April 1999, Zerbst  
 

Seit 1993 ist es Tradition, den  Internationalen Fasch-Festtagen ein „Motto" zu geben, das im Rahmen einer Konferenz von in- und ausländischen Musikwissenschaftlern erörtert wird und sich in den Programmen der Konzertveranstaltungen widerspiegelt. Die 6. Internationalen Fasch-Festtage widmeten sich speziell der musikgeschichtlichen Bedeutung des Begründers der Sing-Akademie zu Berlin, einer der berühmtesten Söhne der Stadt Zerbst. Es konnten 15 Referenten aus Deutschland, den USA und Großbritannien gewonnen werden, die in vier Sessions auf allgemeine und spezifische Aspekte des Lebenswerks von Carl Friedrich Christian Fasch eingingen. Musikalisch eingeleitet wurden beide Konferenztage von Studenten der Fachrichtung Alte Musik der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, Gabriele Schmidt, Sopran, Michael Schaffrath, Tenor, und Peter Heumann, Hammerklavier, deren Interpretation von Liedern, Duetten und Klaviermusik Faschs eine nachhaltigen Eindruck bei Referenten und Zuhörern gleichermaßen hinterließen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vertreter der Stadt Zerbst, Herrn Westphal, und die Präsidentin der IFG, Frau Dr. Konstanze Musketa, referierte Susanne Oschmann, Berlin, über Aspekte und Tendenzen der Rezeption Carl Faschs in der Literatur und schuf damit einen für die Themenstellung wichtigen Rahmen. Der Fasch-Preisträger von 1997 Brian Clark, Großbritannien, untersuchte Violinmusik von Johann Wilhelm Hertel und Carl Hoeckh, Carl Faschs Lehrer, und wies auf stilistische Einflüsse dieser im Werk von Carl Fasch hin. Barbara Reul, Zerbst, hatte sich frühe Potsdamer Kantaten von Carl Fasch, die von Faschs Amtskollegen in Potsdam, Carl Philipp Emanuel Bach revidiert wurden, zum Thema gewählt. Christoph Henzel, Berlin, erbrachte wertvolle Hinweise zu Faschs Stellung als Hofmusiker, während Darrell M. Berg, USA, sich mit Faschs und C. Ph. E. Bachs Klaviermusik beschäftigte, die als verkappte Lieder konzipiert waren. In der 2. Session ging Vera Cheim-Grützner näher auf die frühen Lieder und Gesänge Faschs in vier zwischen 1758 und 1770 entstandenen Sammlungen (darunter die „Geistlichen Oden in Melodien" und „Musikalisches Vielerley") ein. Roderich Fuhrmann, Berlin, referierte zu stilistischen Eigentümlichkeiten von Klaviermusik im 18. Jahrhundert, die sich auch in Carl Faschs überlieferten Werken finden. Ulrich Leisinger, Leipzig, schuf einen neuen Kontext für Faschs „Arietta variata" als Berliner Pasticcio-Variation, und Konstanze Musketa, Halle, berichtete über die Carl-Fasch-Quellen in der Pariser Bibliothèque Nationale de France.

Am zweiten Konferenztag skizzierten Ingeborg Allihn und Peter Huth, beide Berlin,  das Musikleben der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, auf die „Öffentlichen Schauspiele und Lustbarkeiten" eingehend zum einen, eine Berliner Fasch-Topographie anstrebend zum anderen. Dies erleichterte es den Zuhörern, das Referat von Gudrun Busch, Mönchengladbach, zu Faschs Oratorium Giuseppe riconosciuto (1774), in dem sie die Berliner Liebhaber- und Kirchenmusik im Detail untersuchte, sozialhistorisch einzuordnen und Rachel Wades Vortrag zu Carl Faschs Rolle als „Geburtshelfer" des Berliner Musiklebens,  der die Signifikanz von zeitgenössischen Zeitungsberichten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beleuchtete, nachzuvollziehen. Den Abschluß bildeten Jürgen Heidrich, Göttingen, und Raymond Dittrich, Regensburg, die sich mit dem wichtigsten und größten Werk Carl Faschs auseinandersetzten. Einer Analyse des ideengeschichtlichen Umfelds der sechzehnstimmigen Messe folgte ein detaillierter Bericht zu den in der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg erhaltenen Abschriften.
Referenten und Zuhörer  waren sich in der Schlußdiskussion einig, daß mit dieser Tagung der Anfang einer wichtigen musikhistorischen und musikwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Werken und dem geistigen Umfeld des Begründers der Sing-Akademie zu Berlin Carl Friedrich Christian Fasch gemacht wurde.

Alle Referate dieser Tagung werden in einem Konferenzbericht veröffentlicht, der Ende 1999 erscheint. Dieser wird einen zusätzlichen Artikel von Gottfried Eberle, Berlin, zur Chormusik Faschs für die Sing-Akademie zu Berlin enthalten, welchen dieser aus Krankheitsgründen nicht rechtzeitig zur Konferenz beizusteuern vermochte.

Barbara Reul


 
  Wußten Sie schon...  
 
  • ... daß im Herbst '99 bei cpo eine CD mit Werken Johann Friedrich  Faschs erscheint, die Klaus Mertens, Deborah Young  und die Accademia Daniel im Februar 1999 im Fasch-Saal einspielten?
  • ... daß die Dissertation von Herrn Prof. Dr. Manfred Fechner, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Fasch-Gesellschaft, im Herbst 1999 im Laaber-Verlag erscheint? Der Titel lautet: Studien zur Dresdner Überlieferung von Instrumentalkonzerten deutscher Komponisten des 18. Jahrhunderts. Die Dresdner Konzertmanuskripte von G. Ph. Telemann, J. D. Heinichen, J. G. Pisendel, J. Fr. Fasch, G. H. Stölzel, J. J. Quantz und J. G. Graun: Untersuchungen an den Quellen und Thematischer Katalog. ( = Dresdner Studien zur Musikwissenschaft, Schriftenreihe der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber", Bd. 2, hrsg. vom Institut für Musikwissenschaft).
  • ... daß die RHEINISCHE KANTOREI unter der Leitung von Hermann Max eventuell Carl Faschs „119. Psalm" einspielen will? Auf dessen Lieder und Klaviersonaten hat WOLFGANG BRUNNER sein Au-genmerk gerichtet, während  sich CAMERATA KÖLN an einer CD-Einspielung mit Werken von J. Fr. Fasch im Fasch-Saal der Stadthalle Zerbst interessiert zeigt.
  • ... daß Frau Dr. Reul am 12. Juni 1999 ein Referat zu J. S. Bach, J. Fr. Fasch und Anhalt-Zerbst im Rahmen der Learneds' Societies Conference in Sherbrooke, Québec/Kanada, hält?

 
  Unsere Forschungsecke  
 

Bibliographie des Schrifttums zu Johann Friedrich Fasch (1688-1758), zusammen-gestellt von Stephan Blaut. Zerbst: Internationale Fasch-Gesellschaft, 1998, DM  9,90. UND Bibliographie des Schrifttums zu Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800) zusammengestellt von Susanne Oschmann. Zerbst: Internationale Fasch-Gesellschaft, 1999, DM 9,90. (Zu beziehen über die IFG-Geschäfststelle, Zerbst.)

Mit diesen materialintensiven Übersichten haben die beiden Musikwissenschaftler Stephan Blaut, Leipzig, der über die Ouvertürensuiten J. Fr. Fasch an der Martin-Luther-Universität promoviert, und Dr. Susanne Oschmann, Berlin, zwei außerordentlich benutzerfreundliche und handliche Übersichten über die existierende Sekundärliteratur zum Anhalt-Zerbster Hofkapellmeister und dessen berühmten Sohn, dem Begründer der Sing-Akademie zu Berlin, vorgelegt. Zu beiden Persönlichkeiten existieren eine wirklich erstaunliche Anzahl von Einträgen  aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert, zumeist über deren Einfluß, Rang und Rezeption als Komponisten, wobei bei Carl Fasch der Schwerpunkt auf der Gründung der „Singe-Academie" liegt. Beide Autoren haben sich für eine chronologisch-alphabetische Gliederung (1732 bis 1998 bzw. 1756 bis 1999) entschieden, wobei Stephan Blaut nochmals in „Teilaspekte" untergliedert und auch darauf hinweist, daß er den vollständigen Quellentext  (bei den durchgeführten Stichproben immer korrekt) zitiert, ein für den Benutzer höchst angenehmer Nebeneffekt. Die von den Autoren gemachten Inhaltsangaben zu den jeweiligen Einträgen sind ebenfalls stets auf die Bedürfnisse des Lesers zugeschnitten: exakten, leicht nachvollziehbaren bibliographischen Angaben zur vorgestellten Quelle - von Monographien bis Journalartikeln, Konferenzberichten bis Schallplattenrezensionen - folgt eine Besprechung, je nach Signifikanz der Publikation mehr oder weniger ausführlich. Insbesondere die mitaufgenommenen, oft schwer zugänglichen Quellen des 18. und 19. Jahrhunderts belegen die zahlreichen und durchweg positiven zeitgenössischen Urteile über Fasch Vater und Sohn und erlauben eine  wesentlich umfassendere Rezeption als bisher.  Die in ihrer Kompaktheit und Nutzerfreundlichkeit exzellenten  kleinen „Nachschlagewerke" zu den beiden Faschs  ermöglichen einen perfekten „Einstieg" für diejenigen, die sich erstmalig mit Johann Friedrich und Carl  Friedrich Christian Fasch beschäftigen, und erweisen sich als absolutes „Muß" für Musikwissenschaftler. Es ist geplant, diese beiden Publikationen bald auch on-line verfügbar zu machen. Bei der Gelegenheit würde sich - neben einer Aktualisierung insbesondere der in englischer Sprache vorhandenen Sekundärliteratur - auch ein alphabetisch-geordnetes Autorenregister anbieten, um eine noch effektivere Handhabung zu ermöglichen.

Barbara Reul


 
  Goodbye and See you soon!  
 

Liebe Fasch-Freunde im In- und Ausland,

dieser Newsletter wird mein letzter als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Internationalen Fasch-Gesellschaft sein. Ich gehe, nach über zwei Jahren intensivster Bemühungen um die beiden Faschs vor Ort, im Sommer 1999 wieder in meine Heimat Kanada zurück. Dort werde ich selbstverständlich auch weiterhin in Sachen Fasch und Zerbst aktiv sein und unsere Anliegen in die weite Welt hinaus tragen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Personen bedanken, die mich während meines „Gastspiels" in Deutschland unterstützt haben, allen voran bei dem Präsidium der IFG, den Geschäftsführerinnen Frau Spott bzw. Frau Arndt und dem Kulturamt der Stadt Zerbst (insbesondere Herrn Dittmann). Besonderer Dank gebührt meiner Arbeitskollegin Frau Susanne Baselt (ab 19.6. Frau Schuster!), die sich dann in bewährter Weise um Ihr musikalisches „Wohl" kümmern und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.  Mit herzlichen Fasch-Grüßen

Barbara Reul


 
 
IMPRESSUM


Herausgeber: Internationale Fasch-Gesellschaft e.V, Wiekhaus, Postfach 11 13, D-39261 Zerbst, Tel./Fax: 03923 / 78 47 72
Textbeiträge: Dr. K. Musketa, Dr. B. Reul

Redaktion/Layout: Dr. B. Reul
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