INTERNATIONALE FASCH-GESELLSCHAFT E.V.

     
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  J a h r g a n g   8   ( 2 0 0 4 )  
 
I n   d i e s e r   A u s g a b e  
 
Konzerte und andere Veranstaltungen / Editorial
Neuer Konferenzbericht
Fasch in Gelsenkirchen, Bochum, Halle
Fasch in Kanada
Neu editierte Werke von J. F. Fasch
Programmvorschau 9. Internationale Fasch-Festtage
Reiseberichte
Drei neue CDs
Runde Geburtstage


  Konzerte und andere Veranstaltungen  
 
Zerbst
Freitag, 2. August 2004, 18.00 Uhr,

Hotel "von Rephuns Garten"
Jahresversammlung für Mitglieder und Freunde der Internationalen Fasch-Gesellschaft mit geselligem Ausklang.

Zerbst
Mittwoch, 08. Dezember 2004, 19.30 Uhr,

Großer Saal der Stadthalle Zerbst
Mit dem diesjährigen Weihnachtskonzert begeht der Universitätschor Halle ein Jubiläum: Seit nunmehr 20 Jahren gastieren die jungen Sängerinnen und Sänger alljährlich in Zerbst. Es erklingen die Kantaten I-III des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach.

9. Internationale Fasch-Festtage
vom 07. bis 17. April 2005 in Zerbst

Konzerte mit den Ensembles II Fondamento (Belgien) und Zefiro (Italien), La Stagione Frankfurt, Camerata Köln, dem Kammerchor des Universitätschores Halle "Johann Friedrich Reichardt" und dem Johann Friedrich Fasch-Ensemble sowie dem jungen Ensemble CordArte aus Köln. Die Internationale Wissenschaftliche Konferenz am 08. und 09. April 2005 wird sich mit dem Thema: "Johann Friedrich Fasch als Instrumentalkomponist" befassen.

Liebe Fasch-Freunde,

in unserem diesjährigen Newsletter möchten wir Sie auf die 9. Internationalen Fasch-Festtage neugierig machen, die vom 7. bis 17. April 2005 stattfinden werden. Wir freuen uns außerordentlich, dass es trotz schwierigster finanzieller Probleme der Stadt wieder möglich sein wird, dazu ganz hervorragende Künstler aus dem In- und Ausland nach Zerbst und in die nähere Umgebung einzuladen. Doch zuvor darf ich Ihnen den Besuch des diesjährigen Weihnachtskonzertes ans Herz legen, das diesmal ein Jubiläumskonzert sein wird. Außerdem enthalten die nachfolgenden Seiten Informationen über Aufführungen von Werken Johann Friedrich Faschs, neuere Publikationen, Noteneditionen und CDs sowie Berichte über zwei Reisen, die von der lFG organisiert wurden. Angenehme Lektüre und viel Freude bei den angekündigten Konzerten, auf die man sehr gespannt sein darf,

wünscht Ihnen
Ihre Konstanze Musketa

 
 
  Neuer Konferenzbericht  
 
Johann Friedrich Fasch und der italienische Stil. Bericht über die Internationale Wissenschaftliche Konferenz am 4. und 5. April 2003 im Rahmen der 8. Internationalen Fasch-Festtage in Zerbst / hrsg. von der Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. Zerbst. [Red. Konstanze Musketa unter Mitarbeit von Bert Siegmund, Michael Talbot und Götz Traxdorf]. - Anhalt-Edition Dessau 2003 (Fasch-Studien; Band 9) ISBN 3-936383-08-1. 25 Euro
Der Band 9 der Reihe "Fasch-Studien" enthält vierzehn Beiträge zum Konferenzthema von Musikwissenschaftlern aus Deutschland, Großbritannien, Australien, Kanada und der Schweiz. Dem einleitenden, detaillierten Essay zur Gesamtproblematik "Fasch und Italien" schließen sich drei Artikel an, die sich mit dem italienischen Stil in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und den deutsch-italienischen Musikbeziehungen bis 1730 beschäftigen bzw. die Präsenz von Werken italienischer Komponisten im Zerbster Inventarverzeichnis von 1743 auswerten. Die darauf folgenden drei Referate untersuchen einerseits die Rolle des Grafen Wenzel von Morzin, des gemeinsamen Auftraggebers von Fasch und Vivaldi, andererseits die Provenienz von fünf Faschschen Concerti in der ehemaligen Musiksammlung von Kronprinz Friedrich Ludwig von Württemberg sowie das so genannte "Jagdkonzert" von Fasch. Fünf weitere Beiträge beleuchten speziell italienische Einflüsse in Faschs lnstrumental- und Vokalschaffen. Abschließend werden dem Leser zwei unbekannte Werke des Zerbster Meisters aus dem bis vor kurzem verschollen geglaubten Notenarchiv der Sing-Akademie zu Berlin präsentiert. Ein Diskussionsbeitrag, der wertvolle Anregungen aus der Sicht eines ausübenden Musikers enthält, rundet den Konferenzbericht ab.

 
 
  Fasch in Gelsenkirchen, Bochum, Halle  
 
Fasch in Gelsenkirchen
Das Ensemble "Caterva Musica" Gelsenkirchen veranstaltete am 8. Februar 2004 in Gelsenkirchen ein Konzert im Schloss Horst u. a. mit dem Doppelkonzert FWV L: D4 von J. F. Fasch.

Fasch in Bochum
Anlässlich einer Benefizveranstaltung zu Gunsten einer Kirchsanierung in Bochum-Langendreer spielte unser Mitglied Hans-Heinrich Kriegel mit seinem Fasch-Collegium und Mitgliedern der Bochumer Sinfoniker Werke von J. S. Bach und J. F. Fasch. Am 6. und 7. März 2004 konzertierte das Fasch-Collegium außerdem in Bochum und Syborg. Dort erklangen neu eingerichtet die Sonate B-Dur für 2 Oboen, Fagott und B. c. FWV N: B2 und das Concerto D-Dur FWV L: D6 von J. F. Fasch mit einer rekonstruierten Violinstimme.

Fasch in Halle
Am 27. März 2004 veranstalteten Schüler der Latina und des Konservatoriums Halle ein kleines Konzert im Händel-Haus Halle. Es erklangen je eine Sonate von F. Couperin und J. F. Fasch.

Fasch in Wesel-Bislich
Am 06. Juni 2004 gastierte das Fasch-Collegium Bochum in Wesel-Bislich mit Mozarts Kirchensonaten und Bachs Violinkonzert E-Dur sowie dem Doppelkonzert B-Dur FWV L:B4 und der Sonate d-Moll FWV N:d3 von Johann Friedrich Fasch. Geplant ist ein Konzert zu Weihnachten u. a. mit Faschs Kantate "Er hat große Dinge an mir getan" FWV D: E2.

Fasch in Greiz
In Greiz, im Gebiet Neustadt-Elsteraue, wird voraussichtlich im Herbst eine Straße nach Johann Friedrich Fasch benannt werden.

 
 
  Fasch in Kanada - Mini-Fasch-Festtage an der Universität von Saskatchewan  
 
"J. F. Fasch und seine Zeit: Geistliche und weltliche Traditionen im Deutschland des 18. Jahrhunderts" - so lautete das Motto einer viertägigen Veranstaltungsreihe (28.-31. Januar 2004), die ganz auf den Anhalt-Zerbster Kapellmeister und seine Musik zugeschnitten war. Frau Dr. Barbara Reul, Assistant Professor für Musikwissenschaft am Luther College in Regina, Saskatchewan, Kanada, und von 1997 bis 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V. Zerbst, war einer Einladung des "Zentrum zur Erforschung des 18. Jahrhunderts" bzw. der humanistischen Fakultät (Fine Arts) der Universität von Saskatchewan in Saskatoon (ca. vier Flugstunden westlich von Toronto) gefolgt. Zwei wissenschaftliche Vorträge sowie ein Kammerkonzert und Gottesdienst mit der nordamerikanischen Premiere der deutschen Messe von Fasch lockten - trotz rekordbrechender Temperaturen von minus 55 Grad und lähmenden Schneesturms - zahlreiche Besucher aus und um Saskatoon an. Die kanadischen "Mini-Fasch-Festtage" begannen am Mittwoch, dem 28. Januar 2004, mit einem Vortrag zu Katharina der Großen und dem Musikleben am Zerbster Hof, ca. 1740-1790, im Faculty Club der Universität von Saskatchewan. Frau Dr. Reul referierte speziell über Geburtstagsmusiken, d. h. geistliche Kantaten und Serenaten, die alljährlich für Katharina und später auch für ihren Sohn Peter in der Zerbster Schlosskirche aufgeführt wurden. Ebenso machte sie auf ein erst kürzlich wieder aufgefundenes Werk von J. F. Fasch zu Ehren von Katharinas Geburtstags 1757 aufmerksam, das in der Bibliothek der Berliner Sing-Akademie in Berlin überliefert ist (Frau Elena Sawtschenko referierte dazu im Rahmen der internationalen wissenschaftlichen Fasch-Konferenz im April vergangenen Jahres, siehe Fasch-Studien; Bd. 9).
Am 29. Januar stand ein abendfüllendes Konzert mit kammermusikalischen Werken von J. F. Fasch, J. S. Bach und G. Ph. Telemann auf dem Programm, das von Prof. Dr. Walter Kreyszig, Professor für Musikwissenschaft an der Universität von Saskatchewan und Flötist, und seinen Studenten vortrefflich gestaltet wurde. Am Freitag, dem 30. Januar, hielt Frau Dr. Reul einen zweiten (multimedialen) Vortrag zu dem Thema "Im Schatten von J. S. Bach? J. F. Fasch, Kapellmeister von Anhalt-Zerbst". Mittels Computer- und Internettechnik sowie zahlreicher Musikbeispiele und ausgewähltem Ansichtsmaterial wurde den Anwesenden ein Stück mitteldeutscher Musikgeschichte mit Schwerpunkt Zerbst nähergebracht.Den Abschluss und gleichzeitig den Höhepunkt bildete der feierliche, einem Leipziger Modell des frühen 18. Jahrhunderts nachempfundene Gottesdienst mit Abendmahl im Lutheran Theological Seminary der Universität von Saskatchewan am Sonnabend, dem 31. Januar. In diesem Rahmen wurde neben "Erscheine, Gott, in deinem Tempel", einer Kantate von G. Ph. Telemann aus seinem Jahrgang "Der Harmonische Gottesdienst" von 1725/26, erstmals die deutsche Messe von J. F. Fasch in Nordamerika zu Gehör gebracht. Dieses selten aufgeführte Werk ist höchstwahrscheinlich mit dem in der "Zerbster Concert-Stube", dem Inventar der Bibliothek des Hoforchesters von 1743 aufgeführten "Kyrie: teutsch di Fasch" identisch. Darüber hinaus deuten Eintragungen in einer im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau, überlieferten Primärquelle (,,Verzeichnis, wie es mit dem Gottes=Dienst in hiesiger HochFürstlichen Schloß=Kirchen gehalten wurde") darauf hin, dass musikalische Vertonungen des deutschen Messtextes - das dreiteilige "Herr, erbarme dich", welchem immer das mehrteilige "Ehre sei Gott in der Höhe" folgte - oftmals an Michaelis (29. September) in der Zerbster Schlosskirche aufgeführt wurden. Aufführende waren ein sich aus Musik- und Theologiestudenten bzw. Mitgliedern der Musikfakultät der Universität von Saskatchewan zusammensetzender Chor und ein Orchester unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. Walter Kreyszig. Die Predigt hielt Pfarrerin Dr. Faith E. Rohrbaugh, die Präsidentin des Lutheran Theological Seminarys.

Dr. Barbara Reul

 
 
  Neu edierte Werke von J. F. Fasch  
 
Durch die Projektförderung mit Zuwendung des Landes Sachsen-Anhalt und des Landkreises Anhalt-Zerbst konnten im Jahr 2003 durch die Musikwissenschaftler Dr. Raymond Dittrich (Regensburg) und Hagen Jahn (Halle) das Magnificat anima mea/Gloria Patri FWV H:G1 und die Sinfonia B-Dur FWV M:B2 aufführungspraktisch eingerichtet werden. Gleichzeitig erhielt die Fasch-Gesellschaft von ihrem fleißigen Mitglied Hans-Heinrich Kriegel aus Bochum aufführungspraktische Ausgaben der Concerti in B-Dur FWV L:B4, B-Dur FWV L:B2, G-Dur FWV L:G4, G-Dur FWV L:G10 und der Ouvertüre in C-Dur FWV K:C1.
Am Institut für Musikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde von Februar 2001 bis Januar 2004 ein Forschungsprojekt zu Johann Friedrich Fasch durchgeführt. Finanziert wurde es durch Mittel des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt, Projektleiter war Prof. Dr. Wolfgang Ruf. Ziel dieses Projektes war es, eine Auswahledition der Instrumentalwerke des einstigen Zerbster Hofkapellmeisters zu erstellen. Dazu sollten noch nicht im Druck erschienene Sinfonien und Orchestersuiten des Komponisten entsprechend erarbeitet werden. Frau Dr. Regina Randhofer und Herr Hagen Jahn übertrugen, als wissenschaftlich-praktische Erarbeitung mit einem Kritischen Bericht versehen, folgende Werke: Orchestersuiten: G-Dur (FWV K: G 13 D-Dl Mus. 2423-N-18/D-D5 Mus. ms. 1184/14); B-Dur (FWV K: B 4 D-Dl Mus. 2423-N-62/D-DS Mus. ms. 296/1); g-Moll (FWV K: g 3 D-Dl Mus. 2423-N-73); a-Moll (FWV K: a 2 D-Dl Mus. 2423-N-86); Sinfonien: G-Dur (FWV M: G 2 D-Dl Mus. 2423-N-12); G-Dur (FWV M: G 3 D-Dl Mus. 2423-N-21); G-Dur (FWV M: G 4 D-Dl Mus. 2423-N-22); D-Dur (FWV M: D 1 D-Dl Mus. 2423-N-30); ADur (FWV M: A 1 D-Dl Mus. 2423-N-45); B-Dur (FWV M: B 1 D-Dl Mus. 2423-N-61); g-Moll (FWV M: g 1 D-Dl Mus. 2423-N-72); D-Dur (FWV M: D 2 D-Dl Mus. 2423-N-42/D-DS Mus. ms. 300/4); A-Dur (FWV M: A 2 D-Dl Mus. 2423-N-48); Ges-Dur (FWV M: Fis/Ges D-Dl Mus. 2423-N-66); C-Dur (FWV M: C 1 D-DS Mus. ms. 301/7/ D-DS Mus. ms. 302/7); a-Moll (FWV M: a 1 D-DS Mus. ms. 301/3/ D-DS Mus. ms. 302/4); B-Dur (FWV M: B 2 D-DS Mus. ms. 301/5/ D-DS Mus. ms. 302/3); B-Dur (FWV M: B 3 D-DS Mus. ms. 300/1). Die erarbeiteten Werke werden demnächst in den Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek in Halle (Saale) aufgenommen und sind dann im Online-Katalog (OPAC) verzeichnet. Die Nutzung des Materials für die wissenschaftliche Arbeit vor Ort wird ebenso möglich sein, wie nach Absprache für konzertante Aufführungen. Eine der Sinfonien Johann Friedrich Faschs wird zu den nächsten Fasch-Festtagen erklingen.

Hagen Jahn

 
 
  PROGRAMMVORSCHAU 9. INTERNATIONALE FASCH-FESTTAGE
vom 07. bis 17. April 2005 in Zerbst
 
 
Donnerstag, 07. April 2005
18.00 Uhr, Fasch-Saal, Stadthalle Zerbst
FESTAKT
Feierliche Eröffnung der 9. Internationalen Fasch-Festtage durch den Schirmherrn, Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz

Musikalische Gestaltung:
Martina Rüping, Sopran
Mitglieder des Händelfestspiel-Orchesters des Opernhauses Halle
Werke von J. F. Fasch und G. F. Händel

Eintritt frei

Donnerstag, 07. April 2005
19.30 Uhr, Großer Saal, Stadthalle Zerbst
ERÖFFNUNGSKONZERT
IL FONDAMENTO, Belgien
Leitung: Paul Dombrecht
Werke von J. F. Fasch und G. Ph. Telemann

Karten zu EUR 12,50 und EUR 10,00 (*EUR 4,00)

Freitag, 08. April 2005
9.00 Uhr, Saal, Hotel "von Rephuns Garten" Zerbst
Internationale Wissenschaftliche Konferenz zum Thema:
"Johann Friedrich Fasch als Instrumentalkomponist"

Musikalische Einleitung:
Studenten der Fachrichtung Alte Musik der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig

Eintritt frei

19.30 Uhr, Marienkirche, Dessau
DIE GROSSMEISTER DER OUVERTUREN-SUITE IN DEUTSCHLAND
LA STAGIONE FRANKFURT
Leitung: Michael Schneider

Werke von J. F. Fasch und G. Ph. Telemann

Karten zu EUR 17,50 und EUR 12,50 (*EUR 4,00)

Sonnabend, 09. April 2005
9.00 Uhr, Saal, Hotel "von Rephuns Garten" Zerbst
Fortsetzung der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz
Musikalische Einleitung:
Studenten der Fachrichtung Alte Musik der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig

Eintritt frei

Sonnabend, 09. April 2005
17.00 Uhr, Schloss Wendgräben
CON FAGOTTO
CAMERATA KÖLN
Werke von J. F. Fasch, J. J. Quantz und G. Ph. Telemann

Karten zu EUR 10,00 (*EUR 4,00)

Sonnabend, 09. April 2005
20.00 Uhr, Saal, Hotel "von Rephuns Garten" Zerbst
Der Bürgermeister lädt ein zum festlichen Fasch-Bankett der Stadt Zerbst
SALONORCHESTER DER ANHALTISCHEN PHILHARMONIE DESSAU

Karten zu EUR 25,00

Sonntag, 10. April 2005
10.00 Uhr, Kirche St. Bartholomäi, Zerbst
FESTGOTTESDIENST
ZERBSTER KANTOREI UND JOHANN FRIEDRICH FASCH-ENSEMBLE, HALLE
Leitung: Tobias Eger
Predigt: Michael Blaszcyk

Kantate von J. F. Fasch u. a.

Eintritt frei

Sonntag, 10. April 2005
15.00 Uhr, Kirche St. Trinitatis, Zerbst
CHOR- UND ORCHESTERKONZERT des UNIVERSITÄTSCHORES "JOHANN FRIEDRICH REICHARDT" Halle und des JOHANN FRIEDRICH FASCH-ENSEMBLES
Werke von J. F. Fasch, J. H. Rolle und C. Ch. Aghte

Karten zu EUR 12,50 und EUR 10,00 (*EUR 4,00)

Freitag, 15. April 2005
19.30 Uhr, Schloss Leitzkau
FASCH UND FREUNDE
CORDARTE, Köln
Werke von J. F. Fasch, G. Ph. Telemann, J. D. Zelenka, J. G. Pisendel und K. F. Abel

Karten zu EUR 10,00 (*EUR 4,00)

Sonnabend, 16. April 2005
22.00 Uhr, Schlossruine Zerbst
FASCH-MIDNIGHT
Eintritt frei

Sonntag, 17. April 2005
15.00 Uhr, Großer Saal, Stadthalle Zerbst
ABSCHLUSSKONZERT
ZEFIRO, Italien
Werke von J. F. Fasch

Karten zu EUR 20,00 und EUR 17,50 (*EUR 4,00)

* Diese Ermäßigung gilt nur für Schüler

Kartenvorverkauf ab August 2004

Veranstalter: Stadt Zerbst und Internationale Fasch-Gesellschaft e. V., Zerbst

Karten und weitere Informationen zum Programm und zur wissenschaftlichen Konferenz können Sie erfragen bei der:

Stadtverwaltung Zerbst, Kultur- und Sportamt, Schlossfreiheit 19, 39261 Zerbst
Kulturamtsleiter: Andreas Dittmann
Tel.: + 49 - (0)3923 / 75 41 56
Fax: + 49 - (0)3923 / 75 41 58
Internet: http://www.fasch.net
oder bei der
Internationalen Fasch-Gesellschaft e. V.
Breitestein 74 A - Wiekhaus
Postfach 11 13, 39251 Zerbst
Geschäftsführerin: Karin Spott
Tel./Fax: +49 - (0)3923 / 78 47 72
E-mail: IFaschG@t-online.de
Internet: http://www.fasch.net

Änderungen vorbehalten!

 
 
  Reiseberichte  
 
Auf den Spuren von Johann Friedrich Fasch nach Prag und Karlsbad

Vom 10. bis 12. Oktober 2003 waren 37 Mitglieder, Sponsoren und Freunde der Inter-nationalen Fasch-Gesellschaft auf den Spuren von Johann Friedrich Fasch unterwegs nach Prag und Karlsbad. Die Initiative zu dieser Fahrt ging von einigen Teilnehmern der Wienreise aus, die unsere Geschäftsführerin Frau Spott "überreden" konnten, die Organisation wieder in ihre bewährten Hände zu nehmen.
Im Rahmen eines ganztägigen Rundganges durch die Goldene Stadt an der Moldau, bei der eine kompetente Stadtführerin den Reiseteilnehmern die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nahe brachte - darunter die Prager Burg auf dem Hradschin, die Kleinseite, die Karlsbrücke und den Altstädter Ring mit der Aposteluhr - passierten wir auch, unterhalb der Prager Burg, die Nerudova. Hier konnten wir einen Blick auf das Palais des Grafen Wenzel Morzin werfen, bei dem Johann Friedrich Fasch 1721/22 für etwa ein Jahr in Diensten stand und sich auch später noch besuchsweise aufhielt. Das prachtvolle Gebäude beherbergt heute die rumänische Botschaft. Auf dem Reiseprogramm stand außerdem ein - dann allerdings überraschend kurzer - böhmischer Abend bei Knödel und Musik und am Sonntag ein Abstecher nach Pilsen in die Urquell-Brauerei. Hier erwartete uns eine professionelle Präsentation und sachkundige Führung durch die traditionsreiche, schon legendäre Stätte.
Auf der Heimreise passierten wir Karlsbad, wo auch Johann Friedrich Fasch wahrscheinlich sogar mehrfach, auf alle Fälle aber im Jahre 1726, weilte, und wir genossen bei sonnigem Herbstwetter einen Spaziergang auf der Promenade des Kurbades. Diese erlebnisreiche Fahrt wird wohl allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben.

Dr. Konstanze Musketa

Mit der Internationalen Fasch-Gesellschaft in Belgien

Es ist schon zur Tradition geworden - im Monat Mai starten Mitglieder und Freunde der Internationalen Fasch-Gesellschaft zu einer Reise.
In diesem Jahr war Belgien unser Ziel. Die Städte Brüssel, Gent und Brügge hatten wir uns ausgesucht, und das Programm versprach erlebnisreiche und interessante Tage. Wir wurden nicht enttäuscht!
Die Stadt Brüssel macht ihrem Namen als europäische Hauptstadt alle Ehre. Sie zu erleben, historische Plätze und Gebäude anzusehen - vor allem den Marktplatz mit den gut erhaltenen Zunfthäusern und dem wundervollen Rathaus bei abendlicher Beleuchtung -, das hat uns sehr beeindruckt. Auch die Besichtigung der Gedenkstätten der Schlacht bei Waterloo ließ unser Geschichtswissen lebendig werden. Weiterhin sichtbar erhebt sich der Löwenhügel über das einstige Schlachtfeld, und nach 225 Stufen in die Höhe hatten wir einen herrlichen Blick auf friedliche Acker- und Weideflächen. Welch eine Tragödie hat sich da vor fast 190 Jahren abgespielt! Man konnte die Schlacht im Panorama nachvollziehen und im Wachsfigurenkabinett sogar den Feldherren Napoleon, Blücher und Wellington begegnen. Die Stadtbesichtigungen in Brügge und Gent brachten uns eindrucksvolle Vorstellungen mittelalterlicher Architektur und Bauweisen. Vieles erinnert an unsere Städte im Norden, aber die Grachten geben diesen Städten das besondere Flair.
In Brügge erwartete uns noch ein besonderes Spektakel - das Dinner um die Hochzeit der Margarete von York mit Karl dem Kühnen. Die ehemalige Kirche war in einen Rittersaal verwandelt worden, und während des festlichen Mahls präsentierten sich Narren, Minnesänger, Feuerschlucker und Hexen. Von besonderer Wirkung waren die Auftritte der Falkner.
Die Stadtführer stellten aber nicht nur Vergangenes dar, sie erzählten auch über Land und Leute von heute.
Wussten Sie schon, dass es nur einen wahren Belgier gibt, nämlich den belgischen König, aber viele Flamen und Wallonen? Die Einwohner Belgiens beherrschen wenigstens zwei Sprachen als Muttersprache - französisch und flamisch-niederländisch. Lange Zeit war der Streit um die Amtssprache des Landes lebendig, und man erzählt, dass es noch heute passieren kann, dass man Zeitgenossen trifft, die sich weigern, in der Sprache der anderen Sprachgemeinschaft zu antworten. In Brüssel sind alle Straßenschilder und öffentlichen Bezeichnungen, auch die Speisekarten, zweisprachig. Das half uns jedoch wenig!
Wir erlebten herzliche Gastlichkeit und kehrten mit vielen Eindrücken nach Hause zurück. Nun planen wir schon die nächste Reise. Wir würden uns freuen, wenn auch im nächsten Mai Mitglieder und Freunde unserer Gesellschaft mit uns auf Reisen gehen würden. Ziel werden Budapest und die Pusta sein.

Dr. Inge Werner

 
 
  Drei neue CDs mit Werken von Fasch und Zeitgenossen  
 
Johann Friedrich Fasch (1688-1758):Concerti & Sinfoniae, Main-Barockorchester Frankfurt, Christian Leitherer, Chalumeau; Meike Güldenhaupt, Oboe; Martin Jopp, Violine, AEOLUS, AE-10017, 2003.

Georg Philipp Telemann:
Trio Sonatas (Triosonaten) The Publick Music, Centaur Records, CRC 2592, 2003.

Syrens, Enchanters and Fairies: l8th Century Overtures from the London Stage. (Sirenen, Zauberer und Feen: Overtüren für die Londoner Bühne des 18. Jahrhunderts) Capella Savaria Baroque Orchestra, Ltg:. Mary Térey-Smith. Dorian Recordings 93251, 2003.

Johann Friedrich Fasch und seine Zeitgenossen brauchen sich derzeit über mangelndes Interesse von Ensembles nicht beklagen. Wie schon im letzten Faschiana-Newsletter angekündigt, wählte das Main-Barockorchester Frankfurt für sein CD-Debüt Instrumentalwerke des Anhalt-Zerbster Kapellmeisters aus. Um es vorwegzunehmen: Diese Einspielungen von drei tänzerisch-leichten Sinfonien bzw. drei teils besinnlich, teils virtuos anmutenden Konzerten wird nicht nur Fasch-Fans große Freude bereiten, sondern eignet sich auch ideal als Einsteiger-CD. Das Main-Barockorchester beginnt mit Faschs Sinfonia B-Dur, welche unmittelbar die ungeteilte Aufmerksamkeit seitens des Zuhörers erfordert. Dabei fällt sofort der homogen-individuelle "Sound" des Ensembles auf. Ob Streicher und B. c., Solo-Oboe, Chalumeau oder Solo-Violine, die Spielfreude der insgesamt 18 Musiker bzw. ihr Einzel- und Zusammenspiel sowie die durchweg saubere Intonation aller Ausführenden, einfallsreiche Artikulationen und die absichtlich scharf gehaltenen dynamischen Kontraste tragen wesentlich dazu bei, dass Werke, die bereits von anderen Interpreten eingespielt wurden, auf einmal "spannend" klingen und stellenweise ein völlig neues Licht auf die Schreibweise des Zerbster Hofkapellmeisters zu werfen vermögen. Dies trifft insbesondere auf die Sinfonia g-Moll zu, welche Barbara Reul für die lFG 1996 ediert hatte und die 1998 vom Johann-Friedrich-Fasch-Ensemble unter der Leitung von Matthias Erben auf dem Metrix-Label eingespielt wurde. Wie in dem von Steffen Voss und Matthias Ludwig vorgelegten Einlegetext nachzulesen ist, hatte Fasch das Konzert für Violine und Oboe d-Moll wahrscheinlich für seinen alten Leipziger Schulfreund J. G. Pisendel, den Konzertmeister des Dresdner Hoforchesters, komponiert (möglicherweise während oder aufgrund seines vom Zerbster Hof finanzierten Dresden-Aufenthalts 1726/27). Die anderen Instrumentalwerke zeugen von dem hohen spieltechnischen Niveau der Zerbster Hofkapelle. Carl Hoeckh, der von 1734 an in Zerbst angestellte österreichische Konzertmeister, mag sicher seine wahre Freude an dem von Martin Jopp souverän vorgetragenen Konzert A-Dur für Solovioline gehabt haben. Denkbar ist aber auch, dass Fasch das Werk für einen in Zerbst gastierenden, auswärtigen Musiker oder "Virtuoso" komponiert hatte, der, wie aus Zerbster Hofrechnungen des 18. Jahrhunderts hervorgeht, mit einer "Verehrung" finanzieller Art bedacht wurde. Die abschließende Sinfonia a-Moll aus der Feder des Anhalt-Zerbster Hofkapllmeisters lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sich Fasch mit seinen Zeitgenossen jederzeit messen kann. Auf weitere Einspielungen dieses vielversprechenden Ensembles - hoffentlich wieder Fasch gewidmet - darf man gespannt sein.
Im Gegensatz zu den vergleichbar wenigen Tonträgern mit Werken J. F. Faschs liegen zahlreiche Einspielungen von Kompositionen seines 1681 in Magdeburg geborenen Zeitgenossen Georg Philipp Telemann vor, der als städtischer Musikdirektor das Musikleben Hamburgs von 1721 bis 1767 wesentlich prägte. Unser Mitglied Herr Dr. Steven Zohn, Associate Professor an der Temple Universität in Philadelphia, USA, spielte 2003 zusammen mit seinem Ensemble "The Publick Musick" erstmals sieben frühe Triosonaten aus dem üppigen Œuvre Telemanns ein. Wie aus der von Dr. Zehn verfassten Einführung im Booklet hervorgeht, handelt es sich um Werke, die höchstwahrscheinlich aus Telemanns Eisenacher Zeit (1707-1711) stammen. Drei Trios für zwei Violinen und Basso continuo hatte Telemann wahrscheinlich für sich selbst und den Violinvirtuosen Pantaleon Hebenstreit komponiert, mit dem er häufig Konzerte für zwei Violinen aufführte. Es ist aber auch denkbar, so Zohn, dass Telemann diese Triosonaten mit Bach in Weimar bzw. dem Vivaldi-Schüler Pisendel in Leipzig gespielt haben könnte, bzw. dass Pisendel und der berühmte Geiger Jean-Baptiste Volumier in Dresden ihr Publikum damit erfreuten.Ähnlich überzeugend wirkt das "Publick Musick"-Ensemble mit seiner "less is more"-Interpretation: keiner der Interpreten drängt sich in den Vordergrund, man musiziert fast ehrfürchtig. Allerdings stehen fünf der sieben eingespielten Triosonaten in einer Moll-Tonart, so dass man mit einem eher nachdenklich gestimmten Telemann konfrontiert wird. Darüber hinaus tragen die von "The Publick Musick" teilweise etwas zu langsam gewählten Tempi - insbesondere in den Schlusssätzen, die Bezeichnungen wie Presto bzw. Vivace tragen - dazu bei, dass sich der musikalische Blick beim Zuhören nach innen wendet.
Wem satte Streicher- und Bläserklänge bzw fröhliche Tanzrhythmen mehr liegen, dem sei die von dem kanadischen Musikwissenschaftler Dr. Paul Rice, Memorial Universität, Neufundland, Kanada, konzipierte "Syrens, Fairies and Enchanters: l8th Century Overtures from the London Stage (,,Zauberer und Feen: Ouvertüren für die Londoner Bühne des 18. Jahrhunderts") empfohlen. Bei den ausführenden Musikern handelt es sich um das ungarische Barockorchester "Capella Savaria" unter der Leitung unseres Mitglieds Frau Prof. Dr. Mary Térey-Smith, Bellingham/Washington, USA, welche Besuchern der Fasch-Festtage nicht unbekannt sein dürften, denn sie gastierten anlässlich der 7. Fasch-Festtage 2001 im Köthener Bach-Saal.Interessanterweise teilen sich die Meinungen hinsichtlich John Christopher Smith, John Abraham Fisher, Thomas Alexander Erskine und Thomas Arne. So wird J. C. Smith oft beschuldigt, zu sehr wie Händel zu klingen, während Erskine und Arne vorgeworfen wird, dass sie ihre Ouvertüren eben mal so "hingekritzelt" hätten. Das Londoner Publikum hingegen schien 1765 anderer Meinung zu sein - es protestierte prompt im Theater "Covent Garden" gegen die Abschaffung einer "Eintritt-zum-halben-Preis-nach-dem-3.-Akt"-Regelung ("A rage for music"). Allerdings hätten die von diesem Angebot Gebrauch machenden Publikumsmitglieder damit sämtliche auf dieser CD zusammengestellten Werke verpasst, u. a. auch den heiter-beschwingten Schlusssatz der Ouvertüre zu "The Syrens" aus der Feder des britischen Geigenvirtuosen J. A. Fisher (1744-1806). Heutzutage wohl am bekanntesten ist Thomas Arne (1710-1778), ein Zeitgenosse C. Ph. E. Bachs. Arnes "Schottische Gavotte" aus der Ouvertüre zu "Thomas and Sally" (1760) war ein sofortiger Hit, so schreibt Rice im Booklet. Der Verfasserin dieser Zeilen hat es vor allem Thomas Erskines "The Maid of the Mill" angetan. Die Capella Savaria präsentiert sich nicht nur hier, sondern auf der ganzen CD in Höchstform. Es gelingt den Musikern, das von Erskine (einem direkten Zeitgenossen Joseph Haydns, der ja bekanntlich zwei Mal in London weilte und dort große Erfolge feierte) verschmitzt eingearbeitete "Frage- und Antwortspiel" in den Fagotten bzw. Oboen mit solchem Schwung und Elan wiederzugeben, dass man des Zuhörens nicht müde wird. Hoffentlich macht uns die Capella Savaria auch weiterhin unbekanntes Repertoire von durchweg hervorragender Qualität schmackhaft. Da Dr. Rice just in Neufundland zuhause ist, besteht große Hoffnung.

Dr. Barbara Reul, Kanada

 
 
  WIR GRATULIEREN GANZ HERZLICH UNSEREN MITGLIEDERN ZUM  
 
55. Geburtstag
60. Geburtstag
65. Geburtstag
70. Geburtstag
Gisela Schütze Freysleben, Rainer Gräßler
Erika Hesse
Gisela Grasme, Regina Kornmann, Karin Spott, Dr. Rüdiger Hohmann
Elfriede Baselt
und allen Mitgliedern, die keine Glückwünsche erhalten haben, da die Daten nicht vorliegen.

 
 
IMPRESSUM


Herausgeber: Internationale Fasch-Gesellschaft e. V., Breitestein 74a, Wiekhaus, 39261 Zerbst; PSF 11 13, 39251 Zerbst
Tel./Fax 03923/784 772
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