Fasch-Festtage

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Fasch-Festtage 2015

Am 327. Geburtstag von Johann Friedrich Fasch wurde das Publikum von Herrn Stephan Dorgerloh, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt und Schirmherr der Veranstaltung, Herrn Andreas Dittmann, Bürgermeister der Stadt Zerbst/Anhalt und Herrn Bert Siegmund, Präsident der IFG, begrüßt. In diesem Rahmen wurde Herrn Prof. Ludger Rémy der Fasch-Preis der Stadt Zerbst/Anhalt verliehen. Der bekannte Cembalist und Leiter des Orchesters „Les Amis de Philippe“ gastierte zuletzt anlässlich der 12. Internationalen Fasch-Festtage 2013 in Zerbst. Er bedankte sich für die wunderbare Laudatio von Herrn Prof. em. Dr. Manfred Fechner (Jena) und ist bis heute sehr gerührt über den Preis und diese Ehrung.

„Bachs Erben – Jugendbarockorchester Michaelstein“ wartete dann mit Orchesterwerken von Fasch und Zeitgenossen auf. Es war deutlich zu spüren, dass die Kompositionen „unseres“ Hofkapellmeisters die jungen Musiker begeisterte. Die Zerstörung der Stadt Zerbst jährte sich am 16. April 2015 zum 70. Mal. Aus diesem Anlass war ein Gedenkkonzert in das Festtage-Programm eingebunden, in welchem eine neuzeitliche Erstaufführung von Faschs Johannespassion zu hören war. Das großangelegte Werk ist Teil der „Zerbster Musik-Stube“, einer im Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau, überlieferten, nach der Zerstörung des Zerbster Schlosses 1945 ausgelagerten Musiksammlung. Das von Herrn Dr. Gottfried Gille (Fasch-Preisträger 2013) edierte Werk wurde vom Universitätschor „Johann Friedrich Reichardt“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Händelfestspielorchester Halle unter der Leitung von UMD Jens Lorenz in der Zerbster St. Trinitatiskirche präsentiert. Dieses Gedenkkonzert war zeitgleich bei mdr FIGARO zu hören. Im Vorfeld sprachen Bürgermeister Andreas Dittmann und Pfarrer Thomas Meyer einige Worte und gedachten der Opfer der sinnlosen Zerstörung der Stadt Zerbst.

Wie bereits bei den vorhergehenden Festtagen wurde auch dieses Mal die jüngere Generation gesondert angesprochen. Am Vormittag des 16. April brachten Vertreter der Internationalen Fasch-Gesellschaft Zerbster Grundschulkindern das Leben und Werk von Johann Friedrich Fasch in der Zerbster Stadthalle näher. Es waren sowohl Grund- und Sekundarschüler als auch Gymnasiasten der Zerbster Schulen in diese Veranstaltungen eingebunden. Die Schüler zeigten auf abwechslungsreiche Weise mit einer Theateraufführung, Musik und Tanz, dass Kompositionen des Zerbster Hofkapellmeisters alles andere als langweilig und verstaubt sind. Die Tanzgruppe „O‘ Blue“ und Schüler der Musikschule „Johann Friedrich Fasch“ machten diese Veranstaltung unvergesslich (siehe Bild/alle privat), und auch ein Kammermusikensemble von „Bachs Erben“ wirkte mit.

Am Morgen des 17. Aprils begann die internationale wissenschaftliche Konferenz, zu der sich Wissenschaftler aus aller Welt einfanden. Thematischer Schwerpunkt war der Anhalt-Zerbster Hof und die Frage, ob dieser berechtigt ist, zur Zeit J. F. Faschs die Bezeichnung „Musenhof“ zu tragen. Als Musenhof bezeichnet man den Hof eines Herrschers, der sich mit vielen bedeutenden Künstlern umgab. Gerade im Zeitalter des Barock galt die vielseitige künstlerische Ausrichtung eines Hofes als Hauptelement der Zur-Schau-Stellung von Macht. Die überaus interessanten und vielschichtigen wissenschaflichen Ergebnisse können Sie im Konferenzband nachlesen.